Was ist passiert?

Deutschland einig Vaterland ist am 08.06.2018 mit 184 von 190 abgegebenen Stimmen für zwei Jahre in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden. Damit fällt uns für die Jahre 2019 und 2020 das Recht zu, an Ratssitzungen teilzunehmen, über Resolutionen abzustimmen und Anträge zu stellen. Deutschlands UN-Botschafter Heusgen hat angekündigt, sich insbesondere bei den Themen „Krieg in Syrien“ sowie „Krisen im Jemen und in Libyen“ um konstruktive Ansätze zu bemühen. Auch der Ukraine-Konflikt steht auf seiner Agenda.

Was ist das Problem?

Kein Problem erkennbar, was Deutschlands Rolle als nicht-ständiger Gefährte im UN-Sicherheitsrat angeht – dies kann nur eine beispiellose Erfolgsgeschichte werden. Ein Skandal hingegen ist die Tatsache, dass zwei Staaten sich enthielten und sogar deren vier sich erdreisteten, uns ihre Stimme zu verweigern.

Was sagt man dazu?

Wie frevelhaft und unverfroren, uns die volle Punktzahl zu verwehren. Haben diese Ignoranten denn nicht mitbekommen, welch‘ unermesslichen Segen wir durch unsere integrative, in Wohlwollen getränkte und stets um den bestmöglichen Kompromiss bemühte Handlungsweise über die EU gebracht haben? Eine Nachfrage bei unseren benachbarten Gnadenempfängern hätte hier etwaige Zweifel restlos ausräumen können. Es kommt doch schließlich nicht von ungefähr, dass die Kronzeugen unserer Heilsbringer-Qualitäten Schlange stehen, um ehrfurchtsvoll Zeugnis davon abzulegen.

Diesbezüglich muss man in erster Linie an Griechenland im Kontext der Finanzkrise denken. Unsere hochgeachteten Schafskäse- und Zaziki-Lieferanten haben nach einer ausnehmend kindischen Trotz-Phase inzwischen eingesehen, dass die harte Hand von Ausgaben-Bändiger Wolfgang Schäuble nur zu ihrem Besten war. Es bedarf nun einmal von Zeit zu Zeit liebevoller Strenge, um verirrten Kameraden den richtigen Weg zu weisen.

Oder man rufe sich die Visegrád-Staaten im Kontext der Flüchtlingskrise ins Gedächtnis. Zugegeben, bevor diese in 2015 ihrem vorläufigen Höhepunkt entgegenstrebte, hätte man der irrigen Annahme erliegen können, Deutschland sei an der Migrations-Problematik nicht interessiert. Ersuche Italiens und Griechenlands, sie bei der Versorgung ankommender Menschen logistisch und finanziell zu unterstützen, knüppelte man mit folgender Standardantwort nieder: Dublin-Verordnung. Dies sorgte bei den Fußball-WM-Abstinenzlern für Unverständnis und Frustration.

Heute wissen wir, dass diese Hilfsverweigerung mitnichten in nationalem Egoismus begründet lag. Vielmehr steckte ein intellektuell bemerkenswerter Masterplan dahinter. Deutschland gönnte sich seinerzeit lediglich eine Atempause. Dies, um Vorbereitungsmaßnahmen für die von unseren Spitzen-Spitzenpolitikern vorbildlich antizipierte Flüchtlings-Welle zu treffen. Nur auf dieses Weise war es uns möglich, jene Ausnahmesituation national derart souverän und konfliktarm zu meistern, dass man uns im Ausland ebenso neidvoll wie Respekt-geplättet beäugte. Nur auf diese Weise war es uns möglich, eher Migranten-scheuen EU-Genossen wie beispielsweise Ungarn oder Polen die Last der Asylbewerber-Aufnahme abzunehmen und somit die inner-europäische Harmonie zu bewahren.

Diese geradezu prophetische Weitsicht wird nun noch Millionen weiteren nach Führung und Orientierung dürstenden Menschen zuteilwerden.

Fazit?

Wenn man uns nur ungehindert schalten und walten lässt, wird die Welt durch unser Wirken im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen gewiss ein Stück weit besser werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die übrigen Nationen des Globus mehr Dankbarkeit zeigen, als unsere Missgunst-verblendeten europäischen Freunde.

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