Was ist passiert?
Politik-Mastermind Seehofer, Horst versetzte ganz „Dichter-und-Denker“-Land am 01.07.2018 in Angst und Schrecken, als er mit seinem Rücktritt vom Amt des Bundesinnenministers sowie des CSU-Vorsitzenden drohte. Anlass für diesen drastischen Schritt war die fortbestehende Weigerung der CDU, bereits in anderen EU-Staaten registrierte Asylbewerber an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Am 02.07.2018 einigten sich CDU und CSU auf einen Asylkompromiss und wendeten damit eine nationale Katastrophe ab. Horst Seehofer bleibt in Amt und Würden.
Was ist das Problem?
Hätte der bajuwarische Schwerenöter seinen markigen Worten Taten folgen lassen, wäre unserer landeseigenen Staatsmänner-Kaste einer der visionärsten Vordenker und wirkmächtigsten politischen Handwerkskünstler abhandengekommen.
Was sagt man dazu?
Man kann nur erahnen, wie ein Post-Seehofer Deutschland hätte weiterhin erfolgreich durch die Irrungen und Wirrungen unserer Epoche manövriert werden können. Die Staatskunst-Koryphäe Seehofer hat wieder und wieder ihre Weltklugheit sowie Prophetie-Begabung unter Beweis gestellt und damit geradezu prometheische Maßstäbe in Sachen politisches Handeln gesetzt.
Wer erinnert sich nicht an den Betreuungsgeld-Coup? Gegen den Widerstand kleinkrämerischer Seelen aus so gut wie allen anderen Parteien setzte ein heroisch kämpfender CSU-Chef dieses familienpolitische Juwel anno 2012 im Bundestag durch. Der Ruhmesglanz dieses Erfolges erleuchtet weiterhin die hausfrauen-verachtende Emanzen-Dunkelkammer Deutschland. Dies selbst jetzt,
• da ein von Feminismus korrumpiertes Bundesverfassungsgericht im Jahr 2015 dem Betreuungsgeld die Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz attestierte.
• da der Südstaaten-Monarch und Stümper in Personalunion, Markus Söder, diese erlesene Erziehungsprämie klammheimlich durch ein bayrisches Familiengeld ersetzt.
Oder man schwelge in Erinnerungen an sein „Ausländer-Maut“-Glanzstück, welches im Bundestagswahlkampf 2013 zur Erstaufführung kam. Es ist nur recht und billig, unsere exquisiten deutschen Autobahnen drangsalierenden, ausländischen Vierrad-Lenkern einen bescheidenen Beitrag abzuverlangen. Dass die Infrastrukturabgabe am 1. Januar 2016 zwar formal eingeführt wurde, bis heute allerdings keine Anwendung findet, schmälert mitnichten den Nimbus und die Genialität dieses vollkommenen Opus. Auch unverfrorene Klagen gegen die Pkw-Maut von ehemaligen deutschen Verwaltungsgebieten wie Österreich und den Niederlanden sind allenfalls eine Petitesse, die an der Grandezza dieser Bravourleistung zerschellen wird, wie Intelligenz an der AfD.
Fazit?
Wir werden dieses Jahr zwar nicht Fußball-Weltmeister, aber dafür anderweitig mannigfaltig vom Glück geküsst. Uns bleibt ein Charismatiker erster Güte erhalten, der den politischen Acker in Deutschland hoffentlich noch auf Äonen durchpflügt. Sicher, potentielle Nachfolger kriechen aus jedem bayrischen Inzucht-Tal – aber das Original ersetzen, können sie allesamt nicht.
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