Was ist passiert?

Die ungarische Regierung will per Erlass künftig bereits Kindergartenkindern eine patriotische Erziehung angedeihen lassen. So sollen Heimatliebe, christlich-kulturelle Werte sowie die Zugewandtheit zu Vaterland und Familie den Klein-Ungarn mittels Sprüchen, Reimen und Liedern aus Volksfabeln eingeimpft werden.

Was ist das Problem?

Es ist jetzt schon absehbar, dass dieses nachahmenswerte Vorhaben allerlei protestlüsterne Rotsocken aus ihren „Wir-sind-eine-Welt“-Löchern locken wird. Wieder einmal droht die Wahrheit – und nichts als die Wahrheit – von einer Gerölllawine aus Moral-Fieberträumen verschüttet zu werden. Wieder einmal droht einem zarten Pflänzchen Heimatverbundenheit mit der „Politisch-hyperakkurat“-Sense der Gar ausgemacht zu werden. Wieder einmal droht Volksverbundenheit politischer Würdenträger mit der Populismusvorwurf-Bazooka in Schutt und Asche gelegt zu werden.

Was sagt man dazu?

Abermals beweist Viktor Orban, der Häuptling der Gulasch-Großmacht, in rühmenswerter Manier seine Vorreiter-Kompetenz: mit dem Heranzüchten passionierter Nations-Groupies kann man schlichtweg nicht früh genug beginnen. Was also liegt da näher, als bereits kleinen Windel-Kackern eine tüchtige Portion Patriotismus ins geistige Futter zu mischen.

Darüber hinaus reitet der Magyaren-Thronherr mit diesem heroischen Akt auch eine längst überfällige Attacke gegen alle linksgedrehten, Gehirn-weichgespülten Wortemacher, die unter jedem Volksgefühl-Stein Rechtsnationalismus hervorkriechen sehen. Schon zu lange wird von Herzen kommende Vaterlandsliebe als rüpelhaftes Virus verunglimpft, das die europäischen Gesellschaften nachhaltig zu infizieren gedenkt.
Dabei hat die tiefverwurzelte Verbundenheit mit dem Heimatland doch mannigfache Vorteile, wie sich auch hierzulande zeigt. Zum einen stärkt sie das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ur-Bevölkerung und ermöglicht so ein konzertiertes Vorgehen gegen alle fremdländischen Geduldeten – auch solche, die Deutschland-geboren sind oder schon Jahrzehnte unter uns leben. Zum anderen bringt sie auch eher Volksvertreter-verachtende Zeitgenossen, wie BILD-gebildete und Stammtischparolen-Connaisseurs dazu, sich voller Hingabe und „rechter“ Leidenschaft politisch zu engagieren.

Das einprägsamste Beispiel hierfür ist die Pegida-Bewegung. Diese vermochte es, dass Ende 2014 und Anfang 2015 tausende Volksgemeinschafts-Bewahrer insbesondere in der Hauptstadt des Sachsenlandes „Lügenpresse“ und „Merkel muss weg“ skandierend die Straße besiedelten. Zahlreichen Zahnprothesenträgern wurde dabei ganz warm ums Herz, weil sie sich sehnsüchtig an die seligen Zeiten zurückerinnerten, in denen uniformierte Fackelzüge noch als generationsübergreifende Familienfreizeitgestaltung galten.

Fazit

Ungarn weist den Zuwanderungs-leidgeprüften Europäern den richtigen Weg. Ungeachtet aller gesellschaftlichen Veränderungen gilt es, sämtliche aus den Wurzeln der ureigensten Kulturtradition entsprießenden Pflänzchen zu hegen sowie zu pflegen, und alles exotische Brauchtumsgewächs mit der der Giftchemie-Keule niederzuknüppeln. Besonders wichtig: je mehr Kleinst-Staatsbürger in dieser Erleuchtung gebadet werden, umso weniger Leitkultur-Zweifler spucken einem später in die deliziöse Nationalgefühl-Suppe. Ergo: Ungarn rules…

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