Was ist passiert?
In der tunesischen Hauptstadt Tunis haben tausende wahrhafte Muslime gegen einen Kommissionsbericht zur Gleichberechtigung demonstriert. Dieser wurde von Präsident Essebsi im Jahr 2017 in Auftrag gegeben. Die Straßenkämpfer – modebewusste Langbart-Träger und Frauen in Religions-Uniform – forderten während der friedlichen Proteste die Regierung auf, Respekt für den Islam zu zeigen.
Was ist das Problem?
Die von der tunesischen Regierungskommission erarbeiteten Punkte werden weltweit wieder „Guter-Tag-für-die-Humanität“-Festspiele auslösen und darüber hinaus den Demonstranten eine Diffamierung als reaktionäre Fortschritts-Feinde eintragen. Dabei wird übersehen, dass mit diesem unzivilisierten Herrschaftsakt langgelebte und -geliebte Menschheits-Traditionen mir nichts dir nichts in der Pseudoaufgeklärtheit-Mülltonne entsorgt werden.
Was sagt man dazu?
Man kann den gesteigerten Unmut dieser Traditions-Verteidiger verstehen. In besagtem Manifest der Schande wird doch tatsächlich so ungeheuerliches und obendrein unsinniges Zeug wie die Legalisierung von Homosexualität und Gleichstellung von Frauen im Erbrecht gefordert. Da ist Gegenwehr erste Bürgerpflicht, um zu verhindern, dass auch die letzten konservativen Wohlfühl-Oasen von der Landkarte getilgt werden. Bedauerlicherweise haben sich schon heute fast überall in der westlichen Welt die Regierungen von liberalen Feuchtwischern zur Anerkennung dieser naturwiderstrebenden Spielart menschlicher Sexualität treiben lassen. Dabei weiß doch jedes Kind, das Homosexualität „pfui“ sowie „bäh“ ist und in die unterste Schublade des Moral-Regals verbannt gehört.
Und weiter: Warum sollen Frauen einen größeren Teil vom Erbe bekommen als bisher? Damit sie noch mehr Geld für Schuhe, Kleider, Handtaschen, Make-up und Schokolade ausgeben? Zugegeben, Schminke ist bei vielen Zeit- und Übergewichtsversehrten weiblichen Wesen in der Tat ein probates Mittel, um der Männerwelt die furchtbarsten, gesichtsassoziierten Verheerungen zu ersparen – aber dies ist ein anderes Thema.
Prinzipiell jedenfalls ist es ratsam, dem Mann die Hoheit über die Finanzen anzutragen und es in sein Ermessen zu stellen, ob und wieviel Taschengeld er seiner Gemahlin zuteilt. Aber Vorsicht! Es ist empfehlenswert, anfangs nicht allzu großzügig zu sein, denn in dieser Beziehung sind Frauen wie Ossis. Öffnet man erst einmal hochherzig den Penunze-Tropf, wollen sie immer mehr.
Dieser lebenspraktische Exkurs verdeutlicht eines: nicht alle Entwicklungen, die dem Zeitgeist huldigen, bedeuten in letzter Konsequenz auch eine Verbesserung. Umso wichtiger erscheint es, genauer hinzuhören, was die Bewahrer alter Sitten und Gebräuche zu sagen haben. Gerade Muslime haben in der jüngeren Vergangenheit bewiesen, dass sie ein feines Gespür für die Fehlentwicklungen in unserem Kulturkreis haben. Um nur einige zu nennen:
• ausufernde Säkularisierung und die Hinwendung zu falschen Göttern wie Geld, Macht und Ruhm
• die schleichende Demontage der Rolle des Mannes als Rundum-Souverän in Familie, Gesellschaft und Staat
• Traditionsvergessenheit und das Hinterherhecheln neumodischer Trends
• unzureichendes Eintreten für die eigenen Prinzipien und Überzeugungen.
An diesen berechtigten Vorhaltungen sollten wir uns abarbeiten, anstatt den Mohammed-Groupies wiederkehrend belehrend gegenüberzutreten. Putzige Historie-Überbleibsel wie Zwangsehen, Frauenunterdrückung, Ehrenmorde und Homophobie werden schon ihre Legitimation und Dienlichkeit haben. Versprochen!
Fazit?
Es ist an der Zeit, unsere selbst attestierte moralische Überlegenheit kritisch zu hinterfragen. Wenn beispielsweise die Gleichberechtigung von Frauen uns Politikerinnen wie Renate Künast oder Katrin Göring-Eckardt beschert hat, kann man allen bisher davor verschont gebliebenen Glückspilzen nur raten, nicht unserem Beispiel zu folgen.