25.06.2018 – 01.07.2018

Warnung! Abschnitt eins der jeweiligen Tageszusammenfassung kann Spuren von Fiktion enthalten.

Montag

Fett-Abschreibung: Da der ein oder andere Zentner zu viel auf meinen Rippen lastet, habe ich beschlossen, eine Diät durchzuführen. Beginne auf Empfehlung eines Dicken-Dompteurs damit, die Kühlmöbel von ungesundem Inhalt zu befreien. Lasse dementsprechend eine Tiefkühlpizza, 500 Gramm Salami und zwei Viererpacks Schokopudding mit Sahne, meinem Verdauungstrakt zur Weiterverarbeitung zukommen. Spüle mit den letzten zwei Litern aus meinem Cola-Reservoir nach. Feiere mich dafür, diesen ersten wichtigen Schritt derart souverän gemeistert zu haben.

Und sonst so?

• Recep Tayyip Erdogan hat nach inoffiziellen Angaben bei den gestrigen Präsidentenwahlen 52,6 % der Stimmen geholt. Seine AKP erreichte bei den ebenfalls gestern abgehalten Parlamentswahlen 42,5 %.
• 9 EU-Staaten schließen sich zu einer „Interventionsinitiative“ zusammen, mit dem Ziel, in künftigen Konfliktsituationen militärisch schneller eingreifen zu können
• Die EU und China wollen ihre Handelsbeziehungen mittels eines bilateralen Investitionsabkommens stärken
• Urteil im „Kippa-Prozess“: Der angeklagte Syrer, der einen Kippa tragenden Israeli attackierte, wird zu 4 Wochen Jugendarrest verurteilt.

Dienstag

Fett-Abschreibung: Stürze mich voller Tatendrang in Akt zwei des optischen Aufhübschens. Statte dem Lebensmittel-Dealer einen Besuch ab. Belade meinen Einkaufswagen mit allerlei Grünzeug und weiterem gesunden Gedöns. Vergieße mehrfach Tränen, als ich die Regale mit den bisher von mir favorisierten Bauchfüllungsutensilien passiere. Gönne mir an dem Imbiss-Wagen vor dem Einkaufszentrum eine Trost-Bratwurst. Verzichte aber bewusst darauf, die üblicherweise konsumierten drei bis vier Folge-Gänge zu ordern.

Und sonst so?

• Der Supreme Court in den USA billigt das von Präsident Trump angeordnete Einreiseverbot für Menschen aus dem Tschad, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, dem Jemen, sowie Nordkorea und Regierungsvertretern aus Venezuela.
• Die USA streben ein weltweites Import-Embargo gegen iranisches Öl an.
• In der südsyrischen Provinz Daraa sind laut UN-Angaben seit Beginn einer militärischen Offensive der syrischen Armee circa 50.000 Menschen auf der Flucht.
• Der Mindestlohn in Deutschland soll 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde und 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde steigen.
• In Großbritannien ist mit der Unterschrift von Königin Elisabeth II. das Brexit-Gesetz in Kraft getreten.

Mittwoch

Fett-Abschreibung: Bereite mir ein gesundes Frühstück zu. Dieses beinhaltet am heutigen Tage zwei Scheiben Vollkornbrot belegt mit fettreduziertem Käse, einen Apfel und eine Tasse Kamillentee. Erziele mit dem Verzehr dieser absurd winzigen Portion einen Sättigungsgrad, der allenfalls als ungenügend bezeichnet werden kann. Mein Magen scheint dies ähnlich zu sehen und grummelt stundenlang beleidigt vor sich hin. Beschwichtige ihn, indem ich die zum Mittagessen aufgetafelte Putenbrust mit asiatischem Gemüse um ein kleines Leckerli ergänze: Hausmacher-Leberwurst – direkt aus dem Glas gelöffelt.

Und sonst so?

• Südsudans Präsiden Kiir und sein ehemaliger Stellvertreter Machar unterzeichnen in Khartum eine Erklärung, mit der nach fünf Jahren Bürgerkrieg eine permanente Waffenruhe herbeigeführt werden soll.
• In Berlin einigt sich das Bundeskabinett auf eine Erhöhung des Kindergeldes sowie des Kinderfreibetrags.
• Die Niederlande verbieten das Tragen des Gesichtsschleiers an vielen öffentlichen Orten.
• Die EU sieht vorerst von weiteren Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion mit der Türkei ab.

Donnerstag

Fett-Abschreibung: Körper und Seele leiden massiv unter dem über die letzten Tage angehäuften Kaloriendefizit. Unterlasse alle kraftraubenden Aktivitäten, um mich nicht zusätzlich zu schwächen – Duschen und Zähneputzen kann ich auch nächste Woche wieder. Glaube nicht, dass der Diät und mir eine gemeinsame glückliche Zukunft ins Haus steht.

Und sonst so?

• In der von Rebellen gehaltenen Provinz Daraa sterben bei Angriffen der syrischen und russischen Luftwaffe mehr als 40 Menschen
• Von Januar bis Mai hat Deutschland 4100 Asylbewerber in andere EU-Mitgliedsstaaten abgeschoben.
• Der russische Präsident Putin und US-Präsident Trump kommen am 16.07.2018 zu direkten Gesprächen in Helsinki zusammen.
• In den USA ist ein Einwanderungsgesetz, welches unter anderem die Bereitstellung von Mitteln für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko und die gemeinsame Inhaftierung von illegal eingewanderten Migrantenfamilien ermöglicht hätte, im Repräsentantenhaus gescheitert.

Freitag

Fett-Abschreibung: Schöpfe neue Hoffnung, mein Projekt der Körperumfangs-Optimierung noch eine Weile vor dem Ruhestand bewahren zu können. Heute steht der „Cheat-Day“ auf dem Programm, an dem mir ein kalorientechnischer Sündenfall explizit erlaubt ist. Cheate, was das Zeug hält. Gleite gegen Ende meiner Lebensmittelzufuhr-Orgie selig-grinsend ins Fress-Koma. Komme eine halbe Stunde vor Mitternacht wieder zu mir. Beeile mich, zwei Tiefkühl-Schnitzel in die Pfanne zu befördern. Werde ganz sentimental, als das verarbeitete Tier seinem perfekten Bräunungsgrad entgegenbrutzelt. Schlag zwölf Uhr habe ich den letzten Happen Glückseligkeit in die unendlichen Weiten meines Körperinneren entsendet.

Und sonst so?

• Auf dem EU-Flüchtlingsgipfel erklärten sich Griechenland und Spanien dazu bereit, bereits bei ihnen registrierte Flüchtlinge aus Deutschland zurückzuführen. Als Gegenleistung erhalten sie Unterstützung bei der Versorgung neu ankommender Migranten.
• Die EU-Staaten beschließen auf dem Flüchtlingsgipfel, geschlossene Aufnahmezentren für Migranten in Europa und möglicherweise auch in afrikanischen Ländern einzurichten. Darüber hinaus soll die europäische Grenzschutzbehörde Frontex personell und finanziell aufgerüstet werden.
• Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist im Mai auf 5,0 % gesunken. Die Zahl der Erwerbslosen beträgt derzeit 2,28 Millionen, die der Unterbeschäftigten 3,24 Millionen.
• Der Bundestag beschließt einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts folgend, die Konzerne RWE und Vattenfall für den 2011 initiierten Atomausstieg zu entschädigen.
• Bei einem Bootsunglück auf dem Mittelmeer sind vermutlich 100 Migranten ertrunken.

Samstag

Fett-Abschreibung: Es kommt, wie es kommen musste. Die Diät und ich gehen getrennte Wege. Wir haben uns in der letzten Zeit einfach auseinandergelebt. Die jeweiligen Zukunftsvorstellungen sind inkompatibel, die Differenzen unüberbrückbar. Aber wir scheiden im Guten und gegenseitigen Respekt voneinander. Vielleicht sieht man sich in Zukunft mal wieder.

Und sonst so?

• Verhandlungen zwischen Russland und syrischen Rebellen über die Beendigung von Kampfhandlungen in der südsyrischen Provinz Daraa sind gescheitert.
• Österreich feiert seine am 01.07.2018 beginnende EU-Ratspräsidentschaft.
• Die zwischen Regierung und Opposition vereinbarte Waffenruhe im Südsudan hält nicht.
• Der afghanische Präsident Ghani erklärt die Waffenruhe mit den Taliban für beendet.
• Migranten in Deutschland überwiesen im Jahr 2016 rund 17,7 Milliarden Euro in ihre Herkunftsländer.

Sonntag

Ruhetag

Sinnsprüche sind sinnlos

Es ist unmöglich, ihnen zu entkommen. Via Kalenderblättern und sämtlichen Medien dieser Welt werden sie uns über die großlumige Infusionsnadel verabreicht. Nicht selten auch von redseligen Zeitgenossen, welche die eigene Weisheit und Lebenserfahrenheit unter Beweis zu stellen gedenken. Leider vergessen die meisten Sprücheklopfer, dass sie sich auf diese Weise selbst entlarven. Oder anders formuliert: sie setzen sich mit Anlauf nackt in die Nesseln – und zwar die fiesen Brennnesseln.

Man muss es so deutlich sagen: Sinnsprüche sind nichts weiter als der Ausdruck menschlicher Unfähigkeit, vielschichtige Sachverhalte in ihrer Gänze zu erfassen. Dabei ist dieses Unvermögen keine Schwäche. Es spiegelt lediglich die Komplexität menschlicher Interaktionen wider.

Selbstverständlich ist der Homo sapiens sapiens jedoch weit davon entfernt, diese Grenze zu akzeptieren. Dahinter steckt nicht weniger als der grundsätzlich nachvollziehbare Drang, unübersichtliche Sachlagen in verdauliche Häppchen zu zerlegen – Simplifizierung avanciert zum Allheilmittel. So wird ohne lange nachzudenken ein bestimmter Aspekt einer Problemstellung herausgegriffen, in vermeintlich schlaue Worte verpackt und anschließend als Gesamtlösung präsentiert. Gleichzeitig wird ein Allgemeingültigkeitsanspruch erhoben, der berechtigte Kritikpunkte einfach vom Tisch fegt.

Aber die derart beschnittene Realität lässt sich dies mitnichten gefallen. Sie pumpt sich in der Mucki-Bude auf, gräbt das Kriegsbeil aus und schlägt bei passender Gelegenheit erbarmungslos zu. Das Ergebnis: die in solchen geistigen Ergüssen Erleuchtung suchenden Heilsanwärter sitzen noch tiefer in einer braunen, übelriechenden und hygienisch bedenklichen Masse als vorher. Aber auch für diese Malaise lässt sich gewiss irgendwo der passende Sinnspruch finden.

Unerfreulich: Erde droht die Auslöschung

Was ist passiert?

US-Präsident Donald Trump hat am 18.06.2018 das Pentagon und den US-Stabschef General Joseph Dunford mit dem Aufbau einer „Space Force“ beauftragt. Diese solle als sechste Teilstreitkraft der US-Armee die Vormachtstellung von God’s own country im Weltall sichern – im Dienste der nationalen Sicherheit. Darüber hinaus kündigte Trump an, dass die USA bald wieder zum Mond fliegen und zudem den Mars erreichen wollen.

Was ist das Problem?

Sollten unsere amerikanischen Artgenossen die Pole Position im Universum einnehmen, wären sie vermutlich auch die ersten, die mit Besuchern aus fernen Welten in Kontakt treten würden – ein intergalaktischer Super-Gau.

Was sagt man dazu?

Man stelle sich nur einmal vor, Trump übernähme den offiziellen Empfang der Ankömmlinge. Als Begrüßungsgabe würde er sie illegale Einwanderer schimpfen und ihnen die Errichtung einer Mauer im All in Rechnung stellen. Anschließend ginge Mr. Trump dazu über, sie zu maßregeln, weil sie nicht in amerikanischen Raumfähren zu uns gekommen sind – inklusive der Androhung eines Handelskrieges

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Aliens uns an dieser Stelle noch nicht zu Staub und Asche gebombt haben, folgte nun eine Nervenattacke de luxe: ein stundenlanger Monolog darüber, wie „great“ er ist und alles, was er den lieben langen Tag so macht. Nachfolgend müssten die bedauernswerten Extraterrestrier noch eine Hasstirade gegen die „Fake news“-Presse und das gaunerische FBI über sich ergehen lassen.

Wenn uns Fortuna hold ist, finden die Außerirdischen den alten, orangefarbenen Mann amüsant und verschleppen ihn – auf das er für immer und ewig als Hofnarr auf ihrem Heimatplaneten herumulkt. Vielleicht werden sie aber auch von Mitleid für eine derart hirn-lädierte Lebensform überwältig und ziehen unverrichteter Dinge von dannen. Schlimmstenfalls jedoch sehen sie in der Termination des Menschen-Daseins die einzige Möglichkeit, eine Stumpfsinn-Überflutung des Weltenraums zu verhindern. Sad! Very sad…

Fazit?

Jeder, dem unser Planet lieb und teuer ist, sollte dafür beten, dass die Aliens uns erreichen, bevor die USA ihre Weltall-Hybris ausgelebt haben. Ansonsten hilft wohl nur noch, was Bert the Turtle schon 1951 riet: Duck and cover…

18.06.2018 – 24.06.2018

Warnung! Der erste Abschnitt der jeweiligen Tageszusammenfassung kann Spuren von Fiktion enthalten.

Montag

Hausfrieden-Bruch: Schaue eine Aufzeichnung des Spiels Deutschland gegen Mexiko vom Vortag an. Bringe mein Missfallen über das lausige Ballgeschiebe unserer Mannschaft lautstark und verbalintensiv zum Ausdruck. Errege damit den Unmut meines Nachbarn. Dieser Tunichtgut klingel-terrorisiert mich. Anschließend versichert er mir in einem konstruktiven Vier-Augen-Gespräch glaubhaft, mir meine Visage umzumöblieren, sollte ich das Rumgegröle nicht unterlassen. Mag meine Physiognomie, wie sie ist – gebe daher klein bei.

Und sonst so?

• US-Präsident Donald Trump fordert das Pentagon auf, eine „Space Force“ aufzubauen, um im Weltraum eine Vormachtstellung zu erlangen.
• Die Tafeln werfen der Politik Versagen beim Kampf gegen Armut und Lebensmittelverschwendung vor. Nach eigener Auskunft versorgen die 900 Tafeln in Deutschland regelmäßig circa 1.5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln.
• Hans-Eckard Sommer wird Nachfolger von Jutta Cordt an der Spitze des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
• Die israelische Armee greift nach Attacken von Palästinensern mehrere Ziele im Gaza-Streifen an.
• Ivan Duque gewinnt die Präsidentenwahl in Kolumbien.
• Audi-Chef Rupert Stadler wird im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre verhaftet.

Dienstag

Hausfrieden-Bruch: Habe eine Nacht über den gestrigen Vorfall geschlafen. Kann beim besten Willen kein Fehlverhalten meinerseits erkennen. Beschließe daher, Rache biblischen Ausmaßes über das Nachbarschaftsgewürm auszugießen. Beginne mit einer leichten Aufwärmübung und kippe einen Becher Kaffee in den gefüllten Briefkasten meines Widersachers.

Und sonst so?

• Die USA treten aus dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen aus.
• Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekennen sich in der „Meseberger Erklärung“ zur Aufstellung eines Investitionshaushalts für die Eurozone sowie zur Weiterentwicklung des ESM zu einem Europäischen Währungsfonds. Darüber hinaus wurde ein gemeinsames Eintreten für das Vorhaben, bereits einmal registrierte Flüchtlinge an der Weiterreise in andere EU-Länder zu hindern, festgeschrieben.
• Die europäische Fingerabdruck-Datenbank Eurodac wird überarbeitet. Damit soll es künftig einfacher werden, in die EU einreisende Asylbewerber zu identifizieren.
• Chinas Präsident Xi Jinping verspricht Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Unterstützung bei der Umsetzung des mit US-Präsident Donald Trump ausgehandelten Abkommens.

Mittwoch

Hausfrieden-Bruch: Erhöhe die Eskalationsstufe. Greife auf ein in der deutschen Historie vielfach erprobtes Mittel der Ärgernis-Beseitigung zurück: Denunziation. Rufe von einer Telefonzelle aus die Polizei an und bestelle eine Drogenrazzia. Um den Vergeltungs-Anwärter in den Genuss einer Fullservice-Demütigung kommen zu lassen, informiere ich noch flugs die örtliche Lokalzeitung. Lehne mich dann entspannt zurück und nippe am Nektar meines Genies.

Und sonst so?

• USA beenden die im Rahmen der „Null-Toleranz“-Politik gegenüber illegalen Einwanderern eingeführte Trennung von Familien. Die Familien sollen künftig gemeinsam inhaftiert werden
• Das ungarische Parlament beschließt ein Gesetz, welches Gefängnisstrafen für Flüchtlingshelfer ermöglicht.
• In Deutschland haben sich 49,7 % der wahlberechtigten Türken an der Parlaments- und Präsidentenwahl beteiligt
• Russland kündigt Strafzölle auf US-Importe an

Donnerstag

Hausfrieden-Bruch: Blättere erwartungsfroh die Tageszeitung durch. Bin maßlos enttäuscht darüber, keinen bebilderten Artikel über das grandiose Schauspiel zu finden, welchem ich gestern das Vergnügen hatte beizuwohnen. Dem Schmierblatt hier vor Ort war es lediglich ein Fünf-Zeiler wert – dieses schreibfaule Pack ist meines Wohlwollens gar nicht würdig. Werde die Zeitung ab heute boykottieren und wann immer sich die Gelegenheit bietet anti-bewerben.

Und sonst so?

• Neue Flüchtlingswelle in Südsyrien – 12.000 Menschen verlassen die Provinz Daraa
• Deutschland verbucht circa 2.9 Milliarden Euro Zinsgewinne im Zuge der Griechenland-Rettung
• Europäischer Gerichtshof verurteilt Deutschland wegen zu hoher Nitrat-Belastung im Grundwasser
• Die Zahl der Einkommensmillionäre stieg in Deutschland im Jahr 2014 auf 19.000 an. Dies waren 1.600 Personen mehr als 2013.
• EU-Bürger können sich in Großbritannien bis Mitte 2021 um einen dauerhaften Aufenthalt bewerben.

Freitag:

Hausfrieden-Bruch: Glaube in eine Parallel-Welt entschwebt zu sein, als mir der hausinterne Geheimdienst – eine zweiundsiebzigjährige Rentnerin – eröffnet, dass bei meinem Widersacher fünf Beutelchen Marihuana gefunden wurden. Dieses nicht zu tolerierende Verbrechen würde sie zum Anlass nehmen, eine Petition für den fristlosen Rauswurf dieses Junkies zu starten. Gebe mich betont schockiert und signalisiere meine uneingeschränkte Unterstützung für dieses Vorhaben. Fühle, wie eine Glückshormon-Springflut meinen Körper durchfließt. Beeile mich daher, in meine Behausung zu gelangen. Ein öffentliches Freudengelage würde die Leute nur misstrauisch werden lassen.

Und sonst so?

• OPEC-Staaten beschließen die Erhöhung der Ölfördermenge um 1 Million Barrel pro Tag
• Laut nationalem Bildungsbericht hängt der Bildungserfolg in Deutschland noch immer entscheidend von der sozialen Herkunft ab
• Nord- und Südkorea wollen Familien, die durch den Korea-Krieg getrennt wurden, gegenseitige Besuche ermöglichen
• Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sollen 1.650 neue Stellen entstehen und zusätzlich 4.500 stellen entfristet werden
• Euroländer einigen sich auf das Ende des Hilfsprogramms für Griechenland. In den vergangenen 8 Jahren erhielt das Land vergünstigte Kredite in Höhe von knapp 274 Milliarden Euro.

Samstag:

Hausfrieden-Bruch: Bin immer noch Glückseligkeits-stoned angesichts der Tatsache, dass mein Plan so reibungslos funktioniert hat. Mache mich sofort daran, eine Schwarze Liste zu erstellen. Diese enthält die Namen von insgesamt sieben Hausbewohnern, die mir schon länger ein Dorn im Auge sind. Würde mich stark wundern, wenn die noch lange hier wohnen…

Und sonst so?

• Laut Bundeswirtschaftsminister Altmaier wird Deutschland nicht vor 2030 aus der Braunkohle aussteigen
• Spanien rettet 569 Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer
• Erneute Proteste an der Grenze zwischen Israel und dem Gaza-Streifen fordern 20 Verletzte.
• Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht sich für geschlossene Zentren auf europäischem Boden aus, in denen ankommende Asylbewerber untergebracht werden sollen

Sonntag:

Ruhetag

An die geneigte Leserschaft

Was soll das Ganze?

Ziel dieses Blogs ist es in erster Linie, den mich peinigenden Selbstdarstellungs-Durst gepflegt zu stillen. Darüber hinaus dient das Geschreibsel dem Zweck, meine der Welt nicht länger guten Gewissens vorzuenthaltenden Ansichten sowie Meinungen in die unendlichen Weiten des Internets hinauszupusten. Thematisch werde ich mich dabei in den Bereichen „Politik“ und „Was-mir-sonst-noch-so-einfällt“ bewegen.

Bedienungshinweis

Bitte nicht jedes Wort Goldwaage-prüfen. Manches bis vieles kann und soll mit einem Augenzwinkern betrachtet werden – #Ironie und so…

Und nun: Sicherheitsgurte anlegen. Unsere gemeinsame Reise durch die Höhen und Tiefen des Welten-Wahnsinns beginnt hier und jetzt!

Gemein: Beamtenstreikverbot bestätigt

Was ist passiert?

Laut eines Urteils des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 12.06.2018 entspricht das Beamtenrecht in seiner derzeitigen Ausgestaltung dem Grundgesetz. Damit scheiterte die Verfassungsbeschwerde von vier beamteten Lehrern. Diese hatten sich durch alle Instanzen bis zum höchsten deutschen Gericht geklagt, nachdem sie aufgrund der Beteiligung an Streiks oder Protesten mit Disziplinarmaßnahmen von ihrem Dienstherrn belegt worden waren.

Was ist das Problem?

Es ist schockierend bis skandalös, dass die Arbeitselite unseres schönen Landes weiterhin nicht für mehr Gehalt oder bessere Arbeitsbedingungen streiken darf.

Was sagt man dazu?

Man kann angesichts dieses schmählichen Fauxpas von Justitia nur mit den Schultern zucken und hilfesuchend zum Himmel schauen. Geknechtet und gepeinigt von maliziösen Dienstherren fristen Beamte ein elendes Dasein. Nun machten sich vier tapfere Recken auf, um für ein wenig mehr Licht in den dunklen und staubigen Staatsdiener-Minen zu sorgen. Sie wurden ausgebremst von einer Horde übereifriger Rechts-Amateure, welche die ungeheure Tragweite ihres Urteils offenkundig gar nicht adäquat einschätzen können.

Dieser Richterspruch ist letzten Endes doch nur ein weiterer Akt jener Ausgrenzungsorgie, welcher sich unsere Beamten schon lange Zeit wehrlos ausgesetzt sehen. Wie entwürdigend muss es für die Hüter der öffentlichen Ordnung sein, nicht in die Sozialversicherung einzahlen zu dürfen. Damit werden sie von der übrigen Arbeitnehmerschaft isoliert. Man nimmt ihnen ruchloser Weise die Möglichkeit, sich solidarisch am Gemeinwesen zu beteiligen und verdonnert sie zur Mitgliedschaft in einer Art Asozialen-Kaste.

Oder man rufe sich jenes geradezu inhumane Faktum ins Gedächtnis, dass Staatsdiener nahezu unkündbar sind. Dieser Willkürakt der Obrigkeit zwingt die bedauernswerten Akten-Schaufler dazu, ein Leben lang im selben Job, und in vielen Fällen auch beim selben Arbeitgeber zu werkeln. Auf diese Weise bleibt es ihnen verwehrt, die freudestiftende und lebensbeflügelnde Wirkung ständiger Jobwechsel am eigenen Leib zu erfahren.

Solche zweifelsohne traumatisierenden Ausgrenzungserlebnisse wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht.

Fazit?

Wenn es jemand verdient hat, für bessere Arbeitsbedingungen streiken zu dürfen, dann ist die sich trotz augenfälliger Diskriminierung stets zu immer neuen Höchstleistungen aufschwingende Beamtenschaft. Auch kleine Malheurs wie der NSU-Skandal oder die Affäre um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch deutsche Amtsstuben Fähigkeit hoch drei wabert. Jeder Mensch, der auch nur einen Funken Barmherzigkeit in sich trägt, muss sich mit diesen geschundenen Kreaturen solidarisieren. Er muss aufstehen und an ihrer Seite für die gute Sache kämpfen.

Die Fußball-WM hat jüngst begonnen.

Mich dünkt, uns werden verwehrt bleiben die Sieger-Wonnen.

Über unsere Russland-Ausflüge, so lehrt die Geschichte,

schrieb man noch selten Helden-Gedichte.

– Ich

 

11.06.2018 – 17.06.2018

Warnung! Abschnitt eins der jeweiligen Tageszusammenfassung kann Spuren von Fiktion enthalten

Montag:

Jagdsaison: Habe beschlossen, mich der Damenwelt nicht länger vorzuenthalten. Klöppele ein aussagekräftiges Profil zur Veröffentlichung auf einem Dating-Portal zusammen. Geize nicht damit, Lobeshymnen auf mich zu singen – verdient ist verdient. Schaufele in meinem Terminplan für den kommenden Tag fünf Stunden für die Bearbeitung der unvermeidlichen Rückmeldungs-Lawine frei.

Und sonst so?

o Die Außenminister Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Ukraine treffen sich in Berlin, um über den Ukraine-Konflikt zu beraten. Bundesaußenminister Heiko Maas plädierte an dieser Stelle erneut für die Einrichtung einer UN-Mission. Derweil berichtet das Deutsche Rote Kreuz, dass 3,4 Millionen Ukrainer auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
o Spanien will das von Italien und Malta abgewiesene Flüchtlings-Rettungsschiff „Aquarius“ anlanden lassen und die 629 Menschen an Bord aufnehmen.
o Angela Merkel kritisiert den Rückzug des US-Präsidenten Donald Trump vom Abschluss-Kommuniqué des G7-Gipfels
o Deutschland liegt im europäischen Standort-Ranking hinter Großbritannien auf Platz 2.

Dienstag

Jagdsaison: Keine einzige Antwort – kann sich nur um einen technischen Fehler handeln. Lege mich per Telefon mit dem Kundenservice der Beischlafanbahnungs-Seite an. Muss nach minutenlangem Austausch von Unfreundlichkeiten zähneknirschend akzeptieren, dass das Problem nicht bei dem Portalbetreiber liegt.

Und sonst so?

o Das historische Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist zu Ende gegangen. Vereinbart wurde die atomare Abrüstung Nordkoreas mit dem Ziel, der kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Nordkorea erhält umfassende US-Sicherheitsgarantien.
o Bundeskanzlerin Angela Merkel beharrt weiter auf einer europäischen Lösung der Flüchtlingsfrage und stellt sich damit gegen Horst Seehofer.
o Olaf Scholz verkündet die Position der SPD zur Flüchtlingsfrage. Diese beinhaltet, das Asylrecht nicht aufzuweichen und eine europäische Lösung anzustreben.
o Das Unterhaus in London stützt Theresa May. Ein Änderungsantrag zum Brexit-Gesetz, der dem Parlament ein Veto-Recht bezüglich des Verhandlungsergebnisses mit Brüssel eingeräumt hätte, fand keine Mehrheit.
o Israel räumt einen illegalen Außenposten im Westjordanland
o Die USA verschärfen im Rahmen ihrer „Null-Toleranz“-Politik gegenüber illegalen Einwanderern das Asylrecht
o Das Treffen der Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine erbrachte keine Einigung bezüglich einer UN-Mission für die Ostukraine.

Mittwoch

Jagdsaison: Immer noch keine Bekundungen von Paarungswünschen aus der Doppel-X-Chromosomen-Kohorte. Kippe literweise Selbstvermarktungs-Gebräu in den Äther nach.

Und sonst so?

o Das Eis in der Antarktis schmilzt immer schneller und verursacht einen weltweiten Anstieg des Meeresspiegels.
o VW muss auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Diesel-Skandals ein Bußgeld in Höhe von 1 Milliarde Euro bezahlen.
o Der Bundestag macht den Weg frei für die Beschaffung von Kampfdrohnen des Typs „Heron TP“ aus israelischer Produktion.
o Auf dem Integrationsgipfel in Berlin wurde ein „Nationaler Aktionsplan“ der Öffentlichkeit präsentiert. Dieser sieht vor, alle bestehenden Angebote zu bündeln und die Maßnahmen stärker an dem individuellen Integrationsstand anzupassen.
o Bundesinnenminister Horst Seehofer und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bekräftigen, sich gemeinsam für einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen einzusetzen.

Donnerstag

Jagdsaison: Freudengeheul erfüllt meiner Behausung Hallen. Das Erwartbare ist endlich eingetreten: entdecke zwei neue Nachrichten in meinem Postfach. Stimmung sinkt ins Bodenlose, als ich feststelle, dass es sich lediglich um Werbung für kostenpflichtige Zusatzleistungen handelt. Wünsche diesen geldgierigen Halunken verunstaltende Krankheiten an den Hals…

Und sonst so?

o Die EU verhängt Zölle in Höhe von 2,8 Milliarden Euro auf US-Waren wie Stahlprodukte, Harley-Davidson-Motoräder, Levis-Jeans und Bourbon-Whiskey
o Der Euro-Rettungsfonds gibt eine Tranche von 1 Milliarde Euro an Griechenland frei
o Die EU will ihr Entwicklungshilfe-Budget aufstocken. Für die Jahre 2021 – 2027 sollen mehr als 120 Milliarden Euro bereitgestellt werden.
o Im Jahr 2017 bezogen laut Statistischem Bundesamt insgesamt 1.76 Millionen Mütter und Väter Elterngeld.

Freitag:

Jagdsaison: Gehe in die Offensive. Schreibe mehrere meinem optischen Gusto entsprechende Beglückungskandidatinnen an. Ignoriere dabei das immer wieder dazwischenfunkende südliche Denkzentrum. Gebe mich charmant und weltgewandt.

Und sonst so?

o US-Präsident Donald Trump verhängt Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar
o Innenminister Seehofer entlässt die Chefin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Cordt.
o Die Regierungskoalition aus SPD und CDU beschließt mit ihrer Mehrheit die Erhöhung der Parteienfinanzierung von 165 Millionen Euro in 2018 auf 190 Millionen in 2019
o Laut einer Studie der OECD bleibt der soziale Aufstieg in Deutschland die Ausnahme.

Samstag

Jagdsaison: Immer noch Stillschweigen an der Begattungs-Front. Beschließe, solange vor dem Computer sitzen zu bleiben, bis eine ernstgemeinte Anfrage eingeht. Nutze die Wartezeit für eine kostenlose Serviceleistung. Weise ein paar Frauen auf ihre optischen und charakterlichen Defizite hin. Werde daraufhin von einem Forums-Moderator verwarnt. Bin nicht in Versöhnungs-Stimmung und starte einen verbalen Vernichtungsfeldzug gegen diesen Troll. Mein letzter Wortbeitrag, denn kurz darauf wird mein Profil gesperrt…

Und sonst so?

o China erhebt vom 6. Juli an Zölle von 25 Prozent auf US-Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar.
o Afghanistans Präsident Ghani verlängert die Waffenruhe mit den Taliban
o Die spanische Küstenwache rettet 900 Menschen aus dem Mittelmeer.
o Der Bundesnachrichtendienst soll zwischen 1999 und 2006 die Telekommunikation von österreichischen Ministerien und Firmen, sowie internationale Organisationen mit Sitz in Österreich systematisch überwacht haben.

Sonntag:

Ruhetag

Jubelstürme: Endlich regiert und beglückt Deutschland die ganze Welt

 

Was ist passiert?

Deutschland einig Vaterland ist am 08.06.2018 mit 184 von 190 abgegebenen Stimmen für zwei Jahre in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden. Damit fällt uns für die Jahre 2019 und 2020 das Recht zu, an Ratssitzungen teilzunehmen, über Resolutionen abzustimmen und Anträge zu stellen. Deutschlands UN-Botschafter Heusgen hat angekündigt, sich insbesondere bei den Themen „Krieg in Syrien“ sowie „Krisen im Jemen und in Libyen“ um konstruktive Ansätze zu bemühen. Auch der Ukraine-Konflikt steht auf seiner Agenda.

Was ist das Problem?

Kein Problem erkennbar, was Deutschlands Rolle als nicht-ständiger Gefährte im UN-Sicherheitsrat angeht – dies kann nur eine beispiellose Erfolgsgeschichte werden. Ein Skandal hingegen ist die Tatsache, dass zwei Staaten sich enthielten und sogar deren vier sich erdreisteten, uns ihre Stimme zu verweigern.

Was sagt man dazu?

Wie frevelhaft und unverfroren, uns die volle Punktzahl zu verwehren. Haben diese Ignoranten denn nicht mitbekommen, welch‘ unermesslichen Segen wir durch unsere integrative, in Wohlwollen getränkte und stets um den bestmöglichen Kompromiss bemühte Handlungsweise über die EU gebracht haben? Eine Nachfrage bei unseren benachbarten Gnadenempfängern hätte hier etwaige Zweifel restlos ausräumen können. Es kommt doch schließlich nicht von ungefähr, dass die Kronzeugen unserer Heilsbringer-Qualitäten Schlange stehen, um ehrfurchtsvoll Zeugnis davon abzulegen.

Diesbezüglich muss man in erster Linie an Griechenland im Kontext der Finanzkrise denken. Unsere hochgeachteten Schafskäse- und Zaziki-Lieferanten haben nach einer ausnehmend kindischen Trotz-Phase inzwischen eingesehen, dass die harte Hand von Ausgaben-Bändiger Wolfgang Schäuble nur zu ihrem Besten war. Es bedarf nun einmal von Zeit zu Zeit liebevoller Strenge, um verirrten Kameraden den richtigen Weg zu weisen.

Oder man rufe sich die Visegrád-Staaten im Kontext der Flüchtlingskrise ins Gedächtnis. Zugegeben, bevor diese in 2015 ihrem vorläufigen Höhepunkt entgegenstrebte, hätte man der irrigen Annahme erliegen können, Deutschland sei an der Migrations-Problematik nicht interessiert. Ersuche Italiens und Griechenlands, sie bei der Versorgung ankommender Menschen logistisch und finanziell zu unterstützen, knüppelte man mit folgender Standardantwort nieder: Dublin-Verordnung. Dies sorgte bei den Fußball-WM-Abstinenzlern für Unverständnis und Frustration.

Heute wissen wir, dass diese Hilfsverweigerung mitnichten in nationalem Egoismus begründet lag. Vielmehr steckte ein intellektuell bemerkenswerter Masterplan dahinter. Deutschland gönnte sich seinerzeit lediglich eine Atempause. Dies, um Vorbereitungsmaßnahmen für die von unseren Spitzen-Spitzenpolitikern vorbildlich antizipierte Flüchtlings-Welle zu treffen. Nur auf dieses Weise war es uns möglich, jene Ausnahmesituation national derart souverän und konfliktarm zu meistern, dass man uns im Ausland ebenso neidvoll wie Respekt-geplättet beäugte. Nur auf diese Weise war es uns möglich, eher Migranten-scheuen EU-Genossen wie beispielsweise Ungarn oder Polen die Last der Asylbewerber-Aufnahme abzunehmen und somit die inner-europäische Harmonie zu bewahren.

Diese geradezu prophetische Weitsicht wird nun noch Millionen weiteren nach Führung und Orientierung dürstenden Menschen zuteilwerden.

Fazit?

Wenn man uns nur ungehindert schalten und walten lässt, wird die Welt durch unser Wirken im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen gewiss ein Stück weit besser werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die übrigen Nationen des Globus mehr Dankbarkeit zeigen, als unsere Missgunst-verblendeten europäischen Freunde.

04.06.2018 – 10.06.2018

Montag:

Hitze – Verfluche lautstark den Klimawandel. Bewege mich ansonsten kaum bis gar nicht, um die körpereigene Wärmeproduktion auf ein Mini-Minimum zu reduzieren.

Und sonst so?

o Brüssel lobt Merkels Bereitschaft zu einer EU-Reform, welche unter anderem die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds sowie eines Investitions-Haushalts vorsieht
o Der neue US-Botschafter in Berlin, Grenell, verärgert die deutsche Politik-Elite mit seiner offenen Unterstützung für eine von ihm attestierte konservative Renaissance in der EU
o Hongkong gedenkt des Tian’anmen-Massakers, bei dem am 4. Juni 1989 mutmaßlich mehrere hundert Mensch auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking ihr Leben verloren, als das chinesische Militär das Feuer auf Demonstranten eröffnete
o Löw benennt endgültigen WM-Kader – Leno, Tah, Sané und Petersen müssen die Heimreise antreten

Dienstag:

Hitze – Hoffe, der Golfstrom versiegt bald und beschert mir die Gnade einer Eiszeit. Führe außerdem das gestern etablierte Bewegungskonzept fort.

Und sonst so?

o Die Zahl der Asylbewerber in der EU sinkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Januar – Ende April) um 20 % auf rund 176.000
o Putin ruft während seines Österreich-Besuchs zur Aufhebung der Sanktionen gegen Russland auf
o Bayern verschärft das Asylrecht und plant die Einrichtung von „Anker“-Zentren sowie eine Forcierung von Abschiebeflügen
o Die Kurdenmiliz YPG zieht sich aus der nordsyrischen Stadt Manbidsch zurück
o Israel übt scharfe Kritik an der Aufforderung des religiösen Oberhaupts im Iran, Ayatollah Chamenei, die Urananreicherung auszuweiten

Mittwoch:

Hitze – Beschließe, den Golfstrom mittels der Gedankenkraft meines mächtigen männlichen Gehirns selbst zum Versiegen zu bringen. Feiere mich ausgiebig für diesen Geniestreich.

Und sonst so?

o Die EU will ab Juli Sonderzölle im Gesamtwert von 2,8 Milliarden Euro auf US-Waren wie Stahlprodukte, Harley-Davidson-Motorräder, Whiskey, Erdnussbutter und Levi’s-Jeans verhängen
o Die Wahl im Irak wird aufgrund von glaubhaften Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten neu ausgezählt
o Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf, der bei den Zusatzbeiträgen für die Krankenkassen die Parität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern wiederherstellt

Donnerstag:

Hitze – Bin nicht mehr einhundertprozentig davon überzeugt, dass mein Plan vom Vortag zeitnah die gewünschte Wirkung zeitigt. Kehre mangels brauchbarer Alternativen zur „Nicht-bewegen“-Strategie zurück.

Und sonst so?

o Bayer schließt die von vielen Seiten kritisierte Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto ab
o Die NATO-Mitgliedsstaaten einigen sich bei ihrem Treffen in Brüssel auf die Erhöhung der Militärausgaben und die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit der NATO-Truppen
o In der Türkei sind wegen des Putsch-Versuchs im Juli 2016 bisher 2.100 Menschen verurteilt, 50.000 mutmaßliche Gülen-Anhänger verhaftet und 140.000 Staatsdiener entlassen worden – auf der Gegenseite stehen 1.500 Freisprüche
o Die Bundesanwaltschaft lässt 4 mutmaßliche IS-Anhänger irakischer Herkunft wegen Terrorverdachts verhaften

Freitag

Hitze – Fordere meinen Vermieter ultimativ dazu auf, eine Klimaanlage in meiner Wohnung installieren zu lassen. Drohe damit, bei Widerspenstigkeit seinerseits meine Behausung zu fluten und in einen Indoor-Pool zu verwandeln.

Und sonst so?

o Innenminister der Bundesländer einigen sich im Grundsatz auf die Einrichtung von „Anker“-Zentren
o Ehemaliger BAMF-Chef Weise weist die Vorwürfe zurück, in seiner Amtszeit hätte bei der Bearbeitung von Asylanträgen die Qualität hinter der Quantität zurückgestanden
o Bei Auseinandersetzungen an der Grenze zum Gaza-Streifen werden 4 Palästinenser durch israelische Soldaten getötet und mindestens 600 weitere verletzt
o Russland und China betonen bei einem Besuch Putins in Peking die hohe Qualität der bilateralen Beziehung
o Laut UN-Angaben droht rund 500.000 Kindern in der Tschadsee-Region der Hungertod
o Deutschland für 2 Jahre in den UN-Sicherheitsrat gewählt

Samstag

Hitze – Der Vermieter hat wider Erwarten mein Anliegen abschlägig beschieden. Verzichte aufgrund einer Klage-/Rauswurfandrohung vorerst auf weitere rebellische Aktionen. Füge mich in mein Schicksal und dampfe sowie schwitze vor mich hin.

Und sonst so?

o US-Präsident Trump schlägt Freihandel zwischen den G7-Staaten vor
o Chinesische Hacker haben angeblich Daten des US-Militärs über Waffensysteme für die Unterwasserkriegsführung gestohlen
o Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gesteht Mängel bei Ausrüstung sowie Ausstattung der Bundeswehr ein und kündigt Verbesserungen an
o Irans Präsident Ruhani möchte nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen die Beziehungen zu Russland stärken

Sonntag

Ruhetag