Wahnsinn: Waffen weg

Was ist passiert?

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sank die Anzahl der durch die Bundesregierung erteilten Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter. Insgesamt wurden Waffenexporte im Wert von 2,6 Milliarden Euro bewilligt. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 1 Milliarde Euro gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ein Grund hierfür ist die langwierige Regierungsbildung, die eine schleppende Bearbeitung entsprechender Anträge der Rüstungsunternehmen zur Folge hatte.

Was ist das Problem?

Mit dieser beschämenden Zurschaustellung von Stümperhaftigkeit seitens der Bundesregierung wird einer unserer prestigeträchtigsten Wirtschaftszweige in die Bredouille gebracht.

Was sagt man dazu?

Fakt ist: die Welt liebt deutsche Waffen. In allen vier Himmelsrichtungen setzt man auf auserlesene Rüstungsgüter germanischer Provenienz, wenn es darum geht, hundsgemeinen Schurken die Flausen auszutreiben.

„Typisch deutsch“, können wir uns an diesem huldigungswerten Erfolg jedoch nicht so recht erfreuen. Anstatt glückselig und voll des Lobes für diesen unschätzbar wertvollen Beitrag zur Friedenssicherung und Stabilität in den Krisenregionen unserer Welt zu sein, verfallen wir reflexartig in Lamentieren und Meckern.

Dies wiederum scheint wohlgeübte Praxis. Nicht erst seit heute wird die ersprießliche Allianz zwischen Waffenschmieden und loyalen Politik-Kumpanen gleich von mehreren Seiten unter Beschuss genommen, sowie übelster Propaganda ausgesetzt:

 
• In der Parteienlandschaft treten insbesondere „Die Linke“ und „Bündnis 90/Die Grünen“ als Madig-Macher in Erscheinung. Immer wieder schlagen die selbsternannten Hüter von Sitte und Anstand mit der dicken Keule auf die Rüstungsunternehmen ein.

 
• Zivilgesellschaftlich sticht unter anderem die sogenannte „Friedensbewegung“ hervor. Jahr für Jahr ziehen zahlreiche Pazifismus-Junkies und allerlei alternatives Geschmeiß zu Ostern durch die deutschen Innenstädte, die „kriegstreibende“ Politik geißelnd und einen Stopp aller Rüstungsausfuhren fordernd.

 

Als wären diese ungalanten Anfeindungen nicht schon Bürde genug, zerfällt nun auch noch die Unterstützung aus Regierungskreisen in Schutt und Asche. Jüngst entdeckte die SPD ihre friedenliebende Seite wieder und pochte in den Koalitionsverhandlungen mit der Union auf strengere Exportrichtlinien.

Alles in allem ist dies ein groteskes Desaster, denn mit dieser Torheit schaden wir nicht nur unseren ruhmbedeckten Kriegsgeräte-Züchtern. Zu leiden haben beispielsweise auch die Armeen und Spezialeinheiten jener Nationen, die nun in Ermangelung teutonischen Qualitäts-Tötungsmaterials auf Schieß-Werkzeug von minderer Güte zurückgreifen müssen.

Fazit?

Dieses politische Totalversagen droht einer zukunftsträchtigen Branche den Stecker zu ziehen und gefährdet damit leichtfertig Arbeitsplätze hier bei uns im Lande. Darüber hinaus macht es Soldaten und Einsatzkräften rund um den Globus das Leben schwerer und nimmt ihnen auch ein Stück weit die Freude am Töten. Nachhaltige Abhilfe ist daher ein Gebot der Menschlichkeit und duldet keinen weiteren Aufschub.

 

Schimpflich: Feuchte Fake-News

Was ist passiert?

Der Bundesverband deutscher Schwimmmeister hat sich besorgt zu Wort gemeldet, weil knapp die Hälfte der Fünftklässler nicht sicher oder gar nicht schwimmen können. Darüber hinaus beklagen die Freibad-Tyrannen, dass immer mehr Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen. Anstatt mit ihrem Nachwuchs ins Schwimmbecken zu gehen, zögen viele der Blagen-Wächter es vor, sich mit ihrem Smartphone zu verlustieren.

Was ist das Problem?

Diese Behauptungen sind

1. eine geschmacklose Panikmache und

2. eine schändliche Dämonisierung erziehungstechnisch auf der Höhe der Zeit agierender Eltern.

Was sagt man dazu?

Zu 1.

Die Bademeister-Clique unterschlägt ungeniert, dass viele der vermeintlich gefährdeten Kinder gar nicht ertrinken können. Der Grund: ihr Körper besteht zu wesentlichen Anteilen aus Fett. Laut der KIGGS-Studie (2003-2009) des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig, 6 Prozent sogar adipös. Insbesondere der zweiten Gruppe, die einschüchternde 800.000 Mann/Frau stark ist, droht keine Gefahr, da

a. die überwiegende Anzahl der aufgedunsenen Klein-Menschen aufgrund ihrer letztklassigen Kondition erst gar nicht den Weg von der Liegewiese bis zum Schwimmbecken schaffen. Schwitzend, schnaufend und winselnd wird die Masse-Bewegung abgebrochen und die nächstgelegene Ruhemöglichkeit aufgesucht.

b. diejenigen, die doch das erfrischende Nass erreichen, durch die Naturgesetze umsorgt werden. Fett – unpolar – lässt sich mit Wasser – polar – nicht mischen. Fett ist außerdem leichter als Wasser und schwimmt daher oben. Unbeantwortet soll an dieser Stelle die Frage bleiben, warum die Natur sich den grausamen Scherz erlaubt, gerade die Krankenkassen-Albträume unter ihren persönlichen Schutz zu stellen.

Um die Ertrinkungsgefahr für die zukünftigen Herzinfarkt- und Schlaganfallempfänger weiter zu reduzieren, sollte man in den Gefahrenbereichen möglichst engmaschig mobile Pommesbuden und Eisdielen platzieren. Diese Maßnahme senkt das Risiko, dass die Quadrat-Menschen überhaupt mit Wasser in Berührung kommen, auf nahezu null Prozent.

Zu 2.

Die angesprochenen Eltern folgen lediglich neuesten Erkenntnissen der Erziehungsforschung. Diese besagen, dass man seinen Sprösslingen möglichst viel Freiraum gewähren sollte. Nur so könnten sie lebensbefördernde Erfahrungen sammeln und sich zu selbstbewussten, eigenständigen Individuen entwickeln. Die Verteidigung der 360°-Instandhaltung kann nur dem wirren Gedankenrauschen eines reaktionären Kinderhassers entspringen. Ferner sollte man aber auch die Möglichkeit nicht ganz außer Acht lassen, dass Kniebeißer-geplagte Erziehungsberechtige hier eine Chance sehen, sich ihres nervensägenden Armutsrisikos zu entledigen. Man weiß es nicht…

Fazit?

Diese BILD-eske Sensationsmache bricht im Wahrheits-Glanz einer seriösen Fakten-Überprüfung schneller zusammen, als ein Folter-Opfer im Assad-Gefängnis. Sie muss daher umgehend in der Fake-News-Tonne entsorgt werden.

Beängstigend: Neuzeit trifft auf Hinterland

Was ist passiert?

Am 12.07.2018 wurde in der brandenburgischen 360-Einwohner-Gemeinde Kleßen-Görne im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Telekom-Technikvorstand Walter Goldenits eine Mobilfunkstation eingeweiht. In besagter Gemeinde trieb bisher eines jener Funklöcher sein Unwesen, denen Netzausbau-Prophet Scheuer den Kampf angesagt hat. So nutzte er die sich ihm bietende Gelegenheit, den beispielhaften Charakter dieses goldenen Moments hervorzuheben. In diesem Zusammenhang nahm er die Mobilfunkanbieter in die Pflicht, auch in anderen von Netz abgeschnittenen Regionen für Abhilfe zu sorgen.

Was ist das Problem?

Hinsichtlich dieses Husarenstücks stellt sich eine Frage: Ist es überhaupt wünschenswert, dass alle Dörfer Deutschlands Anschluss an die Zivilisation finden?

Was sagt man dazu?

Wenn man durch so manche betroffene Kleinst-Ortschaft Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns, Thüringens, Nordhessens oder des ländlichen Bayerns fährt, und in die verhärmten Gesichter der ansässigen Mistgabelschwinger blickt, beschleicht einen ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, ihnen medialen Zugang zur Außenwelt zu verschaffen. Dies aus zweierlei Gründen:

1. Durch die Nutzung von Mobilfunk und Internet würden die Dorfinsassen Kenntnis von den vielfältigen Errungenschaften unserer Hochkultur erlangen, die ihnen bis dato vorenthalten blieben. Angetrieben von den Glücksverheißungen der entwickelten Welt würden sich Horden gefrusteter Fortschritts-Vergessener auf den Weg ins Paradies machen. Dagegen wird uns die Flüchtlingswelle aus Afrika wie eine sanfte Brise erscheinen. Ganz zu schweigen davon, dass viele der Heilsanwärter schlechter Deutsch sprechen, als so mancher Asylsuchender. Damit stürbe sowohl die Integrationskapazität als auch die Integrationsbereitschaft in diesem Land einen grausamen Tod.

2. Fängt man erst einmal damit an, Zugeständnisse zu machen, greift flugs die Gier um sich. Auf den Geschmack gekommen, fordern die daheimgebliebenen Inzest-Sympathisanten – hier bekommt die wohlmeinende Floskel: „Wir sind alle eine große Familie.“, unvermittelt eine schaurige Bedeutung – sicherlich recht bald auch nie gekannte „Lebensinfrastruktur“ wie Nahrungsmittelgeschäfte, Wasserver- und Abwasserentsorgung, medizinische Einrichtungen oder gar Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Finanzminister Olaf Scholz könnte die „Schwarze Null“ gleich neben seinen ausgefallenen Haaren beerdigen.

Fazit?

Man kann nur hoffen, dass der bayrische Abgesandte seinen fatalen Plan noch einmal überdenkt und die Büchse der Pandora geschlossen hält. Andernfalls hilft wohl nicht einmal mehr beten…

Kriminell: Deutscher Promi unterstützt Menschenschmuggel

Was ist passiert?

Die Grimme Preis-verzierte Televisions-Visage Klaas Heufer-Umlauf startete am 08.07.2018 via YouTube-Einspieler einen Spendenaufruf zugunsten der zivilen Seenotrettung. Ziel dieses Zivilcourage-Blockbusters ist es, ein oder mehrere Schiffe zu chartern, um im Mittelmeer in Not geratene Asylsuchende vor dem Ertrinken zu retten. Damit soll die Arbeit des Rettungsschiffs „Lifeline“ fortgesetzt werden, das Ende Juni von den maltesischen Behörden beschlagnahmt wurde.

Was ist das Problem?

Dies ist doch offensichtlich. Solch eine Aktion ist
1. ein gefährlicher Eingriff in den Wasserstraßen-Verkehr.
2. ein Schlag mit der Spaßkiller-Klatsche mitten ins Antlitz der vermeintlichen Rettungsanwärter.
3. eine Verbrüderung mit Zeitgenossen der übelsten Sorte.

Was sagt man dazu?

Zu 1.

Sollte es Klamauk-Gollum Heufer-Umlauf tatsächlich gelingen, ein oder mehrere Schiffe in See stechen zu lassen, wäre dies eine Schande-beladene, strafwürdige Missetat. Diese Schlepper-Boote könnten bei einer Rettungsmission Kreuzfahrtschiffen in die Quere kommen. Sie würden so abscheulicher Weise die Weiterfahrt der Frohsinns-Kähne verzögern, oder schlimmstenfalls sogar eine Kollision mit ihnen verursachen. Die Urlaubsstimmung der Passagiere jedenfalls wäre gründlich in der distalen Darmöffnung.

Zu 2.

Wer sagt denn, dass diese Menschen überhaupt gerettet werden wollen? Vielleicht stört dieses lächerliche Humanitäts-Spektakel einen Familien-Badeausflug? Man darf sich von der hohen Zahl an Leuten auf einem derartigen Party-Boot nicht täuschen lassen. Wie jeder weiß, rammeln unsere farbigen europäischen Nachbarn doch tagein, tagaus wie die Karnickel. Eventuell haben im Zuge solch einer Bootstour lediglich ein paar Abenteuer-Liebhaber einen Erlebnisgutschein – Flüchtlings-Edition – eingelöst? Oder es handelt sich um eine Mutprobe? Oder, oder… Wer kann sich schon wirklich in diese Schwarzen hineinversetzen?

Zu 3.

Verbrecher, das ist mal Fakt, sind nicht etwa die Schlepper, die immer mehr Asylsuchende ohne zu zögern in seeuntüchtige Wracks pferchen. Sie muss man gerechterweise als gewiefte Geschäftsleute betrachten, die naturgemäß ein Interesse an EBITDA-Steigerung und Eigenkapitalrentabilitäts-, Gewinn- und Cash-Flow-Maximierung haben. Nein, die wahren Kriminellen sind diese verabscheuungswürdigen NGO-Hilfsprotze, die Selbstlosigkeit ausschwitzen und Barmherzigkeit defäkieren. Sie befeuern durch ihr übereiltes sowie eigenmächtiges Agieren doch nur den Fluchtreigen. Und ausgerechnet mit diesen Lausejungen macht der trällernde, Jux-affine Frisör aus Oldenburg nun gemeinsame Sache.

Fazit?

Womöglich leidet der empfindsame Heiterkeits-Poet noch bitterlich darunter, dass er sich vor nicht allzu langer Zeit seinen bebrillten, Schabernack-freudigen siamesischen Zwilling, J.W., mit einem rostigen Löffel hat abschaben lassen. Eventuell fühlt er sich sogar schuldig und sinnt auf universelle Widergutmachung. In diesem Fall muss man ihm mildernde Umstände zuerkennen. Andernfalls jedoch sollte diese unzarte Scharlatanerie gnadenlos bestraft werden: 24 Stunden Gruppen-Kuscheln mit schmerbäuchigen Helene Fischer Fans, während „Atemlos“ auf Dauerschleife läuft.

Wonnetrunken: Seehofer für die Ewigkeit

Was ist passiert?

Politik-Mastermind Seehofer, Horst versetzte ganz „Dichter-und-Denker“-Land am 01.07.2018 in Angst und Schrecken, als er mit seinem Rücktritt vom Amt des Bundesinnenministers sowie des CSU-Vorsitzenden drohte. Anlass für diesen drastischen Schritt war die fortbestehende Weigerung der CDU, bereits in anderen EU-Staaten registrierte Asylbewerber an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Am 02.07.2018 einigten sich CDU und CSU auf einen Asylkompromiss und wendeten damit eine nationale Katastrophe ab. Horst Seehofer bleibt in Amt und Würden.

Was ist das Problem?

Hätte der bajuwarische Schwerenöter seinen markigen Worten Taten folgen lassen, wäre unserer landeseigenen Staatsmänner-Kaste einer der visionärsten Vordenker und wirkmächtigsten politischen Handwerkskünstler abhandengekommen.

Was sagt man dazu?

Man kann nur erahnen, wie ein Post-Seehofer Deutschland hätte weiterhin erfolgreich durch die Irrungen und Wirrungen unserer Epoche manövriert werden können. Die Staatskunst-Koryphäe Seehofer hat wieder und wieder ihre Weltklugheit sowie Prophetie-Begabung unter Beweis gestellt und damit geradezu prometheische Maßstäbe in Sachen politisches Handeln gesetzt.

Wer erinnert sich nicht an den Betreuungsgeld-Coup? Gegen den Widerstand kleinkrämerischer Seelen aus so gut wie allen anderen Parteien setzte ein heroisch kämpfender CSU-Chef dieses familienpolitische Juwel anno 2012 im Bundestag durch. Der Ruhmesglanz dieses Erfolges erleuchtet weiterhin die hausfrauen-verachtende Emanzen-Dunkelkammer Deutschland. Dies selbst jetzt,

 
• da ein von Feminismus korrumpiertes Bundesverfassungsgericht im Jahr 2015 dem Betreuungsgeld die Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz attestierte.
• da der Südstaaten-Monarch und Stümper in Personalunion, Markus Söder, diese erlesene Erziehungsprämie klammheimlich durch ein bayrisches Familiengeld ersetzt.

Oder man schwelge in Erinnerungen an sein „Ausländer-Maut“-Glanzstück, welches im Bundestagswahlkampf 2013 zur Erstaufführung kam. Es ist nur recht und billig, unsere exquisiten deutschen Autobahnen drangsalierenden, ausländischen Vierrad-Lenkern einen bescheidenen Beitrag abzuverlangen. Dass die Infrastrukturabgabe am 1. Januar 2016 zwar formal eingeführt wurde, bis heute allerdings keine Anwendung findet, schmälert mitnichten den Nimbus und die Genialität dieses vollkommenen Opus. Auch unverfrorene Klagen gegen die Pkw-Maut von ehemaligen deutschen Verwaltungsgebieten wie Österreich und den Niederlanden sind allenfalls eine Petitesse, die an der Grandezza dieser Bravourleistung zerschellen wird, wie Intelligenz an der AfD.

Fazit?

Wir werden dieses Jahr zwar nicht Fußball-Weltmeister, aber dafür anderweitig mannigfaltig vom Glück geküsst. Uns bleibt ein Charismatiker erster Güte erhalten, der den politischen Acker in Deutschland hoffentlich noch auf Äonen durchpflügt. Sicher, potentielle Nachfolger kriechen aus jedem bayrischen Inzucht-Tal – aber das Original ersetzen, können sie allesamt nicht.

Unerfreulich: Erde droht die Auslöschung

Was ist passiert?

US-Präsident Donald Trump hat am 18.06.2018 das Pentagon und den US-Stabschef General Joseph Dunford mit dem Aufbau einer „Space Force“ beauftragt. Diese solle als sechste Teilstreitkraft der US-Armee die Vormachtstellung von God’s own country im Weltall sichern – im Dienste der nationalen Sicherheit. Darüber hinaus kündigte Trump an, dass die USA bald wieder zum Mond fliegen und zudem den Mars erreichen wollen.

Was ist das Problem?

Sollten unsere amerikanischen Artgenossen die Pole Position im Universum einnehmen, wären sie vermutlich auch die ersten, die mit Besuchern aus fernen Welten in Kontakt treten würden – ein intergalaktischer Super-Gau.

Was sagt man dazu?

Man stelle sich nur einmal vor, Trump übernähme den offiziellen Empfang der Ankömmlinge. Als Begrüßungsgabe würde er sie illegale Einwanderer schimpfen und ihnen die Errichtung einer Mauer im All in Rechnung stellen. Anschließend ginge Mr. Trump dazu über, sie zu maßregeln, weil sie nicht in amerikanischen Raumfähren zu uns gekommen sind – inklusive der Androhung eines Handelskrieges

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Aliens uns an dieser Stelle noch nicht zu Staub und Asche gebombt haben, folgte nun eine Nervenattacke de luxe: ein stundenlanger Monolog darüber, wie „great“ er ist und alles, was er den lieben langen Tag so macht. Nachfolgend müssten die bedauernswerten Extraterrestrier noch eine Hasstirade gegen die „Fake news“-Presse und das gaunerische FBI über sich ergehen lassen.

Wenn uns Fortuna hold ist, finden die Außerirdischen den alten, orangefarbenen Mann amüsant und verschleppen ihn – auf das er für immer und ewig als Hofnarr auf ihrem Heimatplaneten herumulkt. Vielleicht werden sie aber auch von Mitleid für eine derart hirn-lädierte Lebensform überwältig und ziehen unverrichteter Dinge von dannen. Schlimmstenfalls jedoch sehen sie in der Termination des Menschen-Daseins die einzige Möglichkeit, eine Stumpfsinn-Überflutung des Weltenraums zu verhindern. Sad! Very sad…

Fazit?

Jeder, dem unser Planet lieb und teuer ist, sollte dafür beten, dass die Aliens uns erreichen, bevor die USA ihre Weltall-Hybris ausgelebt haben. Ansonsten hilft wohl nur noch, was Bert the Turtle schon 1951 riet: Duck and cover…

Gemein: Beamtenstreikverbot bestätigt

Was ist passiert?

Laut eines Urteils des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 12.06.2018 entspricht das Beamtenrecht in seiner derzeitigen Ausgestaltung dem Grundgesetz. Damit scheiterte die Verfassungsbeschwerde von vier beamteten Lehrern. Diese hatten sich durch alle Instanzen bis zum höchsten deutschen Gericht geklagt, nachdem sie aufgrund der Beteiligung an Streiks oder Protesten mit Disziplinarmaßnahmen von ihrem Dienstherrn belegt worden waren.

Was ist das Problem?

Es ist schockierend bis skandalös, dass die Arbeitselite unseres schönen Landes weiterhin nicht für mehr Gehalt oder bessere Arbeitsbedingungen streiken darf.

Was sagt man dazu?

Man kann angesichts dieses schmählichen Fauxpas von Justitia nur mit den Schultern zucken und hilfesuchend zum Himmel schauen. Geknechtet und gepeinigt von maliziösen Dienstherren fristen Beamte ein elendes Dasein. Nun machten sich vier tapfere Recken auf, um für ein wenig mehr Licht in den dunklen und staubigen Staatsdiener-Minen zu sorgen. Sie wurden ausgebremst von einer Horde übereifriger Rechts-Amateure, welche die ungeheure Tragweite ihres Urteils offenkundig gar nicht adäquat einschätzen können.

Dieser Richterspruch ist letzten Endes doch nur ein weiterer Akt jener Ausgrenzungsorgie, welcher sich unsere Beamten schon lange Zeit wehrlos ausgesetzt sehen. Wie entwürdigend muss es für die Hüter der öffentlichen Ordnung sein, nicht in die Sozialversicherung einzahlen zu dürfen. Damit werden sie von der übrigen Arbeitnehmerschaft isoliert. Man nimmt ihnen ruchloser Weise die Möglichkeit, sich solidarisch am Gemeinwesen zu beteiligen und verdonnert sie zur Mitgliedschaft in einer Art Asozialen-Kaste.

Oder man rufe sich jenes geradezu inhumane Faktum ins Gedächtnis, dass Staatsdiener nahezu unkündbar sind. Dieser Willkürakt der Obrigkeit zwingt die bedauernswerten Akten-Schaufler dazu, ein Leben lang im selben Job, und in vielen Fällen auch beim selben Arbeitgeber zu werkeln. Auf diese Weise bleibt es ihnen verwehrt, die freudestiftende und lebensbeflügelnde Wirkung ständiger Jobwechsel am eigenen Leib zu erfahren.

Solche zweifelsohne traumatisierenden Ausgrenzungserlebnisse wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht.

Fazit?

Wenn es jemand verdient hat, für bessere Arbeitsbedingungen streiken zu dürfen, dann ist die sich trotz augenfälliger Diskriminierung stets zu immer neuen Höchstleistungen aufschwingende Beamtenschaft. Auch kleine Malheurs wie der NSU-Skandal oder die Affäre um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch deutsche Amtsstuben Fähigkeit hoch drei wabert. Jeder Mensch, der auch nur einen Funken Barmherzigkeit in sich trägt, muss sich mit diesen geschundenen Kreaturen solidarisieren. Er muss aufstehen und an ihrer Seite für die gute Sache kämpfen.

Jubelstürme: Endlich regiert und beglückt Deutschland die ganze Welt

 

Was ist passiert?

Deutschland einig Vaterland ist am 08.06.2018 mit 184 von 190 abgegebenen Stimmen für zwei Jahre in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden. Damit fällt uns für die Jahre 2019 und 2020 das Recht zu, an Ratssitzungen teilzunehmen, über Resolutionen abzustimmen und Anträge zu stellen. Deutschlands UN-Botschafter Heusgen hat angekündigt, sich insbesondere bei den Themen „Krieg in Syrien“ sowie „Krisen im Jemen und in Libyen“ um konstruktive Ansätze zu bemühen. Auch der Ukraine-Konflikt steht auf seiner Agenda.

Was ist das Problem?

Kein Problem erkennbar, was Deutschlands Rolle als nicht-ständiger Gefährte im UN-Sicherheitsrat angeht – dies kann nur eine beispiellose Erfolgsgeschichte werden. Ein Skandal hingegen ist die Tatsache, dass zwei Staaten sich enthielten und sogar deren vier sich erdreisteten, uns ihre Stimme zu verweigern.

Was sagt man dazu?

Wie frevelhaft und unverfroren, uns die volle Punktzahl zu verwehren. Haben diese Ignoranten denn nicht mitbekommen, welch‘ unermesslichen Segen wir durch unsere integrative, in Wohlwollen getränkte und stets um den bestmöglichen Kompromiss bemühte Handlungsweise über die EU gebracht haben? Eine Nachfrage bei unseren benachbarten Gnadenempfängern hätte hier etwaige Zweifel restlos ausräumen können. Es kommt doch schließlich nicht von ungefähr, dass die Kronzeugen unserer Heilsbringer-Qualitäten Schlange stehen, um ehrfurchtsvoll Zeugnis davon abzulegen.

Diesbezüglich muss man in erster Linie an Griechenland im Kontext der Finanzkrise denken. Unsere hochgeachteten Schafskäse- und Zaziki-Lieferanten haben nach einer ausnehmend kindischen Trotz-Phase inzwischen eingesehen, dass die harte Hand von Ausgaben-Bändiger Wolfgang Schäuble nur zu ihrem Besten war. Es bedarf nun einmal von Zeit zu Zeit liebevoller Strenge, um verirrten Kameraden den richtigen Weg zu weisen.

Oder man rufe sich die Visegrád-Staaten im Kontext der Flüchtlingskrise ins Gedächtnis. Zugegeben, bevor diese in 2015 ihrem vorläufigen Höhepunkt entgegenstrebte, hätte man der irrigen Annahme erliegen können, Deutschland sei an der Migrations-Problematik nicht interessiert. Ersuche Italiens und Griechenlands, sie bei der Versorgung ankommender Menschen logistisch und finanziell zu unterstützen, knüppelte man mit folgender Standardantwort nieder: Dublin-Verordnung. Dies sorgte bei den Fußball-WM-Abstinenzlern für Unverständnis und Frustration.

Heute wissen wir, dass diese Hilfsverweigerung mitnichten in nationalem Egoismus begründet lag. Vielmehr steckte ein intellektuell bemerkenswerter Masterplan dahinter. Deutschland gönnte sich seinerzeit lediglich eine Atempause. Dies, um Vorbereitungsmaßnahmen für die von unseren Spitzen-Spitzenpolitikern vorbildlich antizipierte Flüchtlings-Welle zu treffen. Nur auf dieses Weise war es uns möglich, jene Ausnahmesituation national derart souverän und konfliktarm zu meistern, dass man uns im Ausland ebenso neidvoll wie Respekt-geplättet beäugte. Nur auf diese Weise war es uns möglich, eher Migranten-scheuen EU-Genossen wie beispielsweise Ungarn oder Polen die Last der Asylbewerber-Aufnahme abzunehmen und somit die inner-europäische Harmonie zu bewahren.

Diese geradezu prophetische Weitsicht wird nun noch Millionen weiteren nach Führung und Orientierung dürstenden Menschen zuteilwerden.

Fazit?

Wenn man uns nur ungehindert schalten und walten lässt, wird die Welt durch unser Wirken im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen gewiss ein Stück weit besser werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die übrigen Nationen des Globus mehr Dankbarkeit zeigen, als unsere Missgunst-verblendeten europäischen Freunde.

Heureka: Mutti macht mobil

Was ist passiert?

Frau Merkel äußerte sich in einem Zeitungsinterview („Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 03.06.2018) zu ihren Vorstellungen bezüglich einer Reform der Eurozone. Ebenjene Aussagen werden gemeinhin als Antwort auf Emmanuel Macrons Neugestaltungsideen gewertet, die dieser am 27. September 2017 in einer Rede an der Sorbonne in Paris zum Besten gab. Inhaltlich geht es unter anderem um

  • die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds
  • die Etablierung eines Gemeinschaftshaushalts für Investitionen in Krisenländern
  • das Aufstellen einer europäischen Interventionsarmee

Was ist das Problem?

Unser aller Bundeskanzlerin wird unterstellt, ihre Replik käme

  1. zu spät, sei
  2. wenig visionär und
  3. inhaltsschwach

Was sagt man dazu?

1.   Zugegeben, Angela Merkel hat geschlagene 250 Tage verstreichen lassen, bevor sie die goldenen Worte auf ihre Untertanen herabregnen ließ. Zu ihrer Verteidigung sei angemerkt, dass sie in den vergangenen Monaten wahrlich wichtigere Dinge zu tun hatte:

– sie musste das gesamte Repertoire an politischer Raffinesse aufbieten, um den ausgemergelten, störrischen SPD-Ochsen wieder vor den Regierungskarren zu spannen

– sie musste den Stolz der deutschen Industrie – die Automobilbranche – vor gierig-giftigen Klage-Trollen schützen.

– sie musste unentwegt die weltpolitische Bühne bespielen.

Da bleibt nicht viel Zeit, den Hinterhof zu kehren. Und außerdem: die Franzosen sollten sich besser nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Wir mussten schließlich auch jahrelang Geduld mit Bruder Lustig aufbringen, bis dieser seinen abgewirtschafteten Laden wieder halbwegs mit Liquidität ausgestattet hatte (die EU-Kommission beendet das Defizitverfahren gegen unsere geschätzten Nachbarn just dieser Tage – nach 9 Jahren)

2.   Frau Merkel vorzuwerfen, sie sei nicht visionär, ist wie einem Blinden vorzuhalten, dass er nicht sehen kann. Punkt

3.   Was heißt schon inhaltsschwach. Inhalte werden generell überschätzt und verderben einem nur allzu oft die gute Laune. Wer will sich schon mit ermüdenden Themen wie „Fiskalkapazität“ oder „Investivhaushalt“ auseinandersetzen, wenn er gleichzeitig auf einer Terrasse irgendwo in der Uckermark Cocktails schlürfen kann. Ganz abgesehen davon sind die notorischen Geldverbrennungsanlagen – aka EU-Südländer – sowieso nie zufriedenzustellen. Da ist es zweifelsohne erquickender, nur wenige konkrete Vorschläge zu machen und sich ansonsten in einen geradezu mystischen Nebel aus Vagheit zu hüllen.

Fazit?

Alles in allem hat unsere Bundeskanzlerin also einen entzückenden Job gemacht. Dank ihr geht es in dieser sanierungsbedürftigen Bude EU nun endlich wieder voran. Vive la Mutti…