Ehrwürdig: Erdogan expliziert

Was ist passiert?

Der türkische Präsident Erdogan hat am 29. September im Rahmen der Eröffnung der Zentralmoschee in Köln auf den seiner Meinung nach in Deutschland freilaufenden Rassismus hingewiesen. Als Corpus Delicti führte der Osmanen-Monarch den Umgang mit den Balltretern Mesut Özil und Ilkay Gündogan an. Diese waren von Öffentlichkeit und Politik scharf dafür kritisiert worden, dass sie Erdogan als „meinen Präsidenten“ bezeichnet hatten. Der Lippenbartträger mit Allmachts-Feuchtträumen ergänzte, Muslime dürften hierzulande nicht länger angefeindet und zur Zielscheibe gemacht werden.

Was ist das Problem?

Gepeinigt von unbewältigten Schuldgefühlen versuchen wir, so schnell wie möglich ein Gegengift zur Neutralisierung des verabreichten Realitäts-Serums zu injizieren. Dabei sollten wir genau zuhören, was das durch und durch liebenswürdige Rumpelstilzchen vom Bosporus uns zu mitzuteilen hat.

Was sagt man dazu?

Endlich ist jemand mutig genug, das Offensichtliche beim Namen zu nennen: Deutschland ist eine Nation voller Rassisten und Muselmanen-Hasser. Insbesondere unsere türkischen Hausgenossen sehen sich immer wieder unappetitlichen Attacken ausgesetzt. Dabei unternehmen sie alles Menschenmögliche, um sich hier zu integrieren und zu gleichwertigen Mitgliedern der Gesellschaft zu werden:

 
• Sie beschenken uns mit kulinarischen Offenbarungen wie Döner, Börek, Köfte oder Baklava.
• Sie bereichern unser in Monotonie und Erstarrung badendes gesellschaftliches Kulturgut mit putziger, althergebrachter Folklore – Stichwort Ehrenmorde.
• Sie tragen zu unserem Amüsement bei, indem clowneske Deutsche türkischer Abstammung auf den Bühnen dieses Landes Klischees zelebrieren und in fabelhaft lustiger Sprachdiktion daherreden.
• Sie schwingen mit Regelmäßigkeit und staunenswerter Präzision den Demokratiehammer, indem sie zu abertausenden von den verfassungsmäßig garantierten Rechten auf Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit sowie Religionsfreiheit Gebrauch machen.
• Sie lehren uns eindrucksvoll, was Treue sowie Liebe zum Vaterland wirklich bedeutet. Sie können großherzig verzeihen, wenn der Gebieter über Land und Leute wieder einmal über die Stränge schlägt und ein paar Journalisten das Justizschwert durchs Antlitz zieht oder für massenhaften Nachschub in den Übeltäter-Verwahrungsanstalten sorgt.

Und wie danken wir es ihnen? Mit Geringschätzung, Misstrauen und Beschuldigungswut. Arglose Äußerungen über die höhere Wertigkeit des Korans gegenüber dem Grundgesetz werden zum Anlass genommen, dem Muslim-Corps Demokratieverachtung anzudichten. Eine Handvoll unverfänglicher Probe-Bespitzelungsaktionen sollen als Feigenblatt für die anvisierte, ganz und gar unverhältnismäßige Überwachung von DITIB durch den Verfassungsschutz herhalten. Massenhaftes Türkeifahnen-Wackeln und ekstatische Erdogan-Jubelchöre werden als Ausweis mangelnder Verbundenheit mit Teutonen-Land missinterpretiert.

Fazit?

Bleibt nur zu hoffen, dass uns alsbald ein Zerbröseln dieser islamfeindlich-nationalistischen Mauer beschert ist. Um diesem Ansinnen Vorschub zu leisten, sollten wir die weisheitsgetränkten Worte Erdogans – seines Zeichens Staatsführungs-Guru, Minderheiten-Freund sowie Diplomatie- und Völkerverständigungs-Koryphäe – in unsere Ohren sowie verhärteten Herzen eindringen lassen und unseren falschen Stolz begraben.

Eklatant: Energiekonzern eingekeilt

Was ist passiert?

Am 13. September rauschte der Rechtsstaatshammer auf eine Horde Baum-Verehrer im Hambacher Forst nieder. Polizisten verhafteten mehrere Umweltaktivisten und begannen damit, die von den Störenfrieden errichteten Baumhäuser zu dekonstruieren. Mittels dieses heroischen Einsatzes verhalfen die Uniformierten dem Energiekonzern RWE zu seinem Recht. Dieser plant, ab Oktober Teile des Waldstücks zu roden, um den Braunkohle-Abbau im Tagebau Hambach fortführen zu können.

Was ist das Problem?

Wieder einmal bricht sich die Torheit einiger ebenso intelligenzallergischer wie charakterloser Zeitgenossen ungebremst Bahn – und damit sind mitnichten die bedauernswerten Verantwortlichen des vielgescholtenen Strom- und Glückslieferanten RWE gemeint.

Was sagt man dazu?

Energiekonzerne sind in der öffentlichen Wahrnehmung die Muslime unserer heimischen Hochglanz-Unternehmen: ungeliebt, aber sie gehören irgendwie dazu. In den vergangenen Jahren wurde ihnen vermittels unter Pöbel-Druck geborener, verabscheuungswürdiger Politik-Verfehlungen die Penunze-Dusche auf „kalt“ gestellt. Erst schüttete man den holdseligen Energie-Feilbietern quasi von heute auf morgen die Atomstrom-Goldgrube zu. Dann wurden sie uncharmanter Weise mehr oder weniger dazu genötigt, Abermilliarden von ihren unter Schweiß und Tränen zusammengekratzten Euros in erneuerbare Energien zu investieren. Nun sollen sie nach dem Dafürhalten zahlreicher der Realität entrückter männlicher und weiblicher Umwelt-Huren auch noch die Kohleverstromung möglichst gestern beenden.

Gott sein Dank hat sich zumindest ein Teil unserer Politiker-Kaste der Beteiligung an dem Vernichtungsfeldzug gegen die Industriemonumente widersetzt und sich auf die Seite der Aussätzigen geschlagen. Dieser couragierten Parteinahme verlieh die CDU-geführte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen Ausdruck, indem sie die ultimative Allzweckwaffe gegen aufmüpfige Protest-Schausteller ins Feld schickte: Beamte. Ihrem natürlichen Habitus gerecht werdend, eröffneten die Staatsbediensteten den verdutzten Gehölz-Okkupationstruppen sachlich und nüchtern, dass ihre selbstgeklöppelten Wohnstätten nicht den gesetzlichen Bauvorschriften entsprechen. Demzufolge müssten sie zurückgebaut werden. Anschließend rückte die Infanterie vor und begann damit, Mensch sowie Material aus dem umkämpften Waldstück zu entfernen.

Man kann diesen Schachzug nur begrüßen. Schließlich hat man lange genug tatenlos zugesehen, wie selbsternannte Naturretter den Ruf unserer einst ruhmreichen Lebenssaft-Spender mit an den Haaren herbeigezogenen Anschuldigungen demontierten. Es ist höchste Zeit, den Zumutungs-Reigen zu durchbrechen. Wer Juwel-Firmen wie RWE davon abhält, ihr Tagwerk effizient zu verrichten, versündigt sich an der Allgemeinheit und stinkt. Letzten Endes sind es doch ebenjene Energieunternehmen, die den Laden am Laufen halten. Aus diesem Grunde ist es auch recht und billig, dass ihnen Taler und Hochachtung in Hülle und Fülle zuteilwerden.

Fazit?

Jeder, der anders als die Forsterlöser-Klappspaten, seinen Wohnsitz nicht langfristig in einer Baum-Bruchbude verortet und zudem nur bedingt darauf steht, seinen Mitmenschen übelriechend und verlaust gegenüberzutreten, sowie seine Fäkalien in Plastikbeuteln zu sammeln, muss seine Stimme pro RWE erheben. Und wer weiß, vielleicht hat Donald Trump letztendlich doch Recht mit seiner kühnen These, der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen. Insofern: lasst das CO2 emporquellen…

Angenehm: Altlast ade

Was ist passiert?

Anfang Juli dieses Jahres wurde die Baustelle für die Kaimauer des im Entstehen begriffenen Cottbuser Ostsee eingerichtet. Dieses Gewässer wird im Rahmen der Rekultivierung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord angelegt. Im November 2018 soll die Flutung des Tagebaurestlochs beginnen, welche voraussichtlich bis 2025 andauern wird. Der Cottbuser Ostsee ist dann mit einer Fläche von 19 Quadratkilometern für längere Zeit der größte künstliche See Deutschlands und soll als Touristen-Magnet dienen.

Was ist das Problem?

Hinter dieser vorgeblichen Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Region verbirgt sich eines der größten sowie perfidesten Täuschungsmanöver der jüngeren deutschen Geschichte.

Was sagt man dazu?

Chapeau vor so viel Kaltschnäuzigkeit. Mit der oben skizzierten „Wir-sorgen-uns-um-euch“-Kampagne lullt man den ortsansässigen Plebs erfolgreich ein. So bleibt zunächst im Verborgenen, was lediglich mit investigativer Unerbittlichkeit aufzudecken ist: manche Regionen tief im Osten der Republik werden als geldverbrennender Club von Dauer-Verbitterten und daher entbehrlich betrachtet – nicht wenige Westbürger, so wird kolportiert, schreiben dieses Attribut der gesamten ehemaligen DDR zu.

Da man jene abgeschriebenen Provinzen weder gewinnbringend veräußern noch einfach abstoßen kann, ist Schadensminimierung das Gebot der Stunde. So werden beispielsweise in Brandenburg unter dem wohlklingenden Titel „Lausitzer Seenland“, zu dem auch der Cottbuser Ostsee gehören wird, ganze Landstriche vorsätzlich unter Wasser gesetzt. Ziel ist es, das Bürde-Gebiet Schritt für Schritt in eine riesige, weitgehend menschenleere Wald- und Seenlandschaft zu verwandeln, in der dann gestresste, Ost-Alimente zahlende Bürger aus dem Besser-Deutschland Urlaub machen können.

Zwei Faktoren erweisen sich als Glücksfall bezüglich dieser Strategie:

 
• Demografie: diese Landesteile werden vornehmlich von Menschen bevölkert, die der Zahnprothesenträger-Fraktion zugeordnet werden können und in absehbarer Zeit gen letzte Ruhestätte streben. Alle anderen, die so töricht sind, nicht das Weite zu suchen, werden zu Service-Sklaven umgeschult. Irgendjemand muss schließlich als Sänften-Träger dienen, um in dieser rauen Umgebung edle Touristen-Hufe vor der Besudelung mit Dreck zu bewahren.

 
• Gottesgnade: der Allmächtige hat in seiner unendlichen Güte dafür gesorgt, dass circa 11.000 Quadratkilometer – dies entspricht 35,4 Prozent der Landesfläche Brandenburgs – bereits von Baum-Ansammlungen bedeckt sind.

Weitere 700 Quadratkilometer sind derzeit mit Wasser bekleidet – und es werden immer mehr. Noch einige ehemalige Tagebaue warten auf ihre Bewässerung.

Fazit?

Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Daher ist es an der Zeit, die Wahrheit in hellem Licht erstrahlen zu lassen. Viele historisch bewanderte Zeitgenossen werden es nur unter Tränen akzeptieren können, dass nach Preußen und dem Sudetenland weitere Ostgebiete de facto aufgegeben werden müssen. Um den Schmerz besser verwinden zu können, sollte man sich eine alte medizinische Weisheit vor Augen führen: um den Körper zu retten ist es schlichtweg unabdingbar, faulende Gliedmaßen abzutrennen.

Dafuq: Deutschland digitalisiert

Was ist passiert?

Am 22.08.2018 nahm auf Beschluss des Bundeskabinetts ein aus 10 Mitgliedern bestehender Digitalrat seine Arbeit auf. Dieser soll die Modern-Werdung Deutschlands beispielsweise in den Bereichen Schule und Verwaltung gepflegt vorantreiben.

Was ist das Problem?

Kein Mensch braucht diesen neumodischen Kokolores.

Was sagt man dazu?

Der Geistesblitz, die Schullandschaft zu digitalisieren, kann nur dem feuchten Traum eines Rechenknecht-Dealers entsprungen sein.  Lehrer-Peinigern – insbesondere den Mitesser-Matten unter ihnen – Computer und entsprechendes Wissen angedeihen zu lassen, ist wie Affen eine Waffe in die Griffel zu drücken. Wer ernsthaft glaubt, diese Pubertäts-umnachtete Primaten-Meute würde die erworbenen Fähigkeiten zum Gedeih unseres schönen Landes oder zur Rettung der Welt einsetzen, verdient die Hölle die sich unter uns auftun wird. Ein kurzer Blick auf die uns bereits heute heimsuchenden Folgen der Computerisierungs-Infektion genügt. Brauchen wir tatsächlich noch mehr testosteronsabbernde Auto- oder Prank-Dumpfbatzen, die auf YouTube ihre primären Geschlechtsmerkmale zum Vergleich anbieten und sich bei erster Gelegenheit durch die Geist-missende Fangirlschaft beischlafen? Brauchen wir tatsächlich noch mehr Pseudo-Anarchos, die meinen das Hacken von Institutionen, Behörden oder Privatcomputern wäre ein Ausdruck von Subversion und Systemkritik? Brauchen wir tatsächlich noch mehr Endgeräte-Untertanen, die sich ohne Smartphone oder Tablet gleichsam verloren fühlen, wie Braun-Gesinnte in einer Bibliothek?

Oder betrachten wir den Bürger-Service. Möchte man uns allen Ernstes das erste-Sahne-Vergnügen eines traditionellen Behördenbesuchs nehmen? Wer gedenkt nicht sehnsuchtsvoll seines letzten Bürgeramt-Tagesausflugs? Wer liebt nicht jenen Griesgram-Odeur, den die Insassen teutonischer Amtsstuben ausdünsten? Wer badet nicht gerne in sonnigen Erinnerungen an folgendes süchtig machende Prozedere:

1. Nummer ziehen.
2. Stundenlang bange den Aufruf-Monitor anstarren. Währenddessen den Allmächtigen anflehen, die Gnade einer Audienz erfahren zu dürfen, bevor die 15.00-Uhr-Dienstschluss-Guillotine fällt.
3. Sich von Menschen-Abscheu trunkenen Öffentlicher-Dienst- Fronarbeitern gemütsarm abkanzeln lassen – gleichgültig, welches Anliegen man anzubringen gedachte.
4. Noch mal wiederkommen müssen, weil ein irgendein Dokument fehlt.

Fazit?

Warum bewährte Konzepte und Verfahrensweisen ohne Not über Bord werfen? Warum deutsches Kulturgut leichtfertig aufs Spiel setzen und kommenden Generationen das Verzückungsfeuer eines klassischen Behördengangs vorenthalten? Warum Schülern noch mehr Verheerungs-Werkzeuge in die Hand geben? Nur, um bei einer vermeintlichen Technologie-Revolution an vorderster Front den Heros mimen zu können? Dieser Preis ist unzweifelhaft zu hoch.

Mutig: Muslime marschieren

Was ist passiert?

In der tunesischen Hauptstadt Tunis haben tausende wahrhafte Muslime gegen einen Kommissionsbericht zur Gleichberechtigung demonstriert. Dieser wurde von Präsident Essebsi im Jahr 2017 in Auftrag gegeben. Die Straßenkämpfer – modebewusste Langbart-Träger und Frauen in Religions-Uniform – forderten während der friedlichen Proteste die Regierung auf, Respekt für den Islam zu zeigen.

Was ist das Problem?

Die von der tunesischen Regierungskommission erarbeiteten Punkte werden weltweit wieder „Guter-Tag-für-die-Humanität“-Festspiele auslösen und darüber hinaus den Demonstranten eine Diffamierung als reaktionäre Fortschritts-Feinde eintragen. Dabei wird übersehen, dass mit diesem unzivilisierten Herrschaftsakt langgelebte und -geliebte Menschheits-Traditionen mir nichts dir nichts in der Pseudoaufgeklärtheit-Mülltonne entsorgt werden.

Was sagt man dazu?

Man kann den gesteigerten Unmut dieser Traditions-Verteidiger verstehen. In besagtem Manifest der Schande wird doch tatsächlich so ungeheuerliches und obendrein unsinniges Zeug wie die Legalisierung von Homosexualität und Gleichstellung von Frauen im Erbrecht gefordert. Da ist Gegenwehr erste Bürgerpflicht, um zu verhindern, dass auch die letzten konservativen Wohlfühl-Oasen von der Landkarte getilgt werden. Bedauerlicherweise haben sich schon heute fast überall in der westlichen Welt die Regierungen von liberalen Feuchtwischern zur Anerkennung dieser naturwiderstrebenden Spielart menschlicher Sexualität treiben lassen. Dabei weiß doch jedes Kind, das Homosexualität „pfui“ sowie „bäh“ ist und in die unterste Schublade des Moral-Regals verbannt gehört.

Und weiter: Warum sollen Frauen einen größeren Teil vom Erbe bekommen als bisher? Damit sie noch mehr Geld für Schuhe, Kleider, Handtaschen, Make-up und Schokolade ausgeben? Zugegeben, Schminke ist bei vielen Zeit- und Übergewichtsversehrten weiblichen Wesen in der Tat ein probates Mittel, um der Männerwelt die furchtbarsten, gesichtsassoziierten Verheerungen zu ersparen – aber dies ist ein anderes Thema.

Prinzipiell jedenfalls ist es ratsam, dem Mann die Hoheit über die Finanzen anzutragen und es in sein Ermessen zu stellen, ob und wieviel Taschengeld er seiner Gemahlin zuteilt. Aber Vorsicht! Es ist empfehlenswert, anfangs nicht allzu großzügig zu sein, denn in dieser Beziehung sind Frauen wie Ossis. Öffnet man erst einmal hochherzig den Penunze-Tropf, wollen sie immer mehr.

Dieser lebenspraktische Exkurs verdeutlicht eines: nicht alle Entwicklungen, die dem Zeitgeist huldigen, bedeuten in letzter Konsequenz auch eine Verbesserung. Umso wichtiger erscheint es, genauer hinzuhören, was die Bewahrer alter Sitten und Gebräuche zu sagen haben. Gerade Muslime haben in der jüngeren Vergangenheit bewiesen, dass sie ein feines Gespür für die Fehlentwicklungen in unserem Kulturkreis haben. Um nur einige zu nennen:

• ausufernde Säkularisierung und die Hinwendung zu falschen Göttern wie Geld, Macht und Ruhm
• die schleichende Demontage der Rolle des Mannes als Rundum-Souverän in Familie, Gesellschaft und Staat
• Traditionsvergessenheit und das Hinterherhecheln neumodischer Trends
• unzureichendes Eintreten für die eigenen Prinzipien und Überzeugungen.

An diesen berechtigten Vorhaltungen sollten wir uns abarbeiten, anstatt den Mohammed-Groupies wiederkehrend belehrend gegenüberzutreten. Putzige Historie-Überbleibsel wie Zwangsehen, Frauenunterdrückung, Ehrenmorde und Homophobie werden schon ihre Legitimation und Dienlichkeit haben. Versprochen!

Fazit?

Es ist an der Zeit, unsere selbst attestierte moralische Überlegenheit kritisch zu hinterfragen. Wenn beispielsweise die Gleichberechtigung von Frauen uns Politikerinnen wie Renate Künast oder Katrin Göring-Eckardt beschert hat, kann man allen bisher davor verschont gebliebenen Glückspilzen nur raten, nicht unserem Beispiel zu folgen.

13.08.2018 – 19.08.2018

Warnung! Abschnitt eins der jeweiligen Tageszusammenfassung kann Spuren von Fiktion enthalten!

Montag:

Reinigungs-Orgie, die Fortsetzung: Diese Woche steht die Weiterführung meines  Sauberkeitsfeldzugs auf dem Programm. Nächstes Schlachtfeld: das Bad. Nehme mir zuerst meine Lieblings-Location hier im Raum vor, den Ausscheidungsempfänger. Diesem wird das unvergleichliche Privileg zuteil, mehrmals pro Woche eine Nahansicht meines opulenten Hinterteils genießen zu dürfen. Lege mich richtig ins Zeug, um das weiße Porzellan dieses Gottesgeschenks an uns unwürdige Menschenbrut von sämtlichen Überbleibseln meiner Sitzungen – braunen wie gelben – zu erlösen. Vergebens: gewisse Rückstände haben sich scheinbar unauslöschlich in die Außenhaut der Verzückungs-Stätte eingefressen. Stelle meine Bemühungen daher kurz darauf ein und wende mich dem Waschbecken zu. Ein Spritzerchen Reinigungsmittel hier, ein kunstfertiger Wisch mit dem Tuch da, und schon umstrahlt mich heller Glanz. Beende sodann diese Sträflingsarbeit und mache es mir auf meinem Balkon gemütlich. Lasse den ein oder anderen Hopfentee meine aufgrund der vorangegangenen unmenschlichen Maloche ausgetrocknete Kehle benetzen.

Und sonst so?

• Laut einem UN-Bericht halten sich noch immer bis zu 30.000 IS-Kämpfer im Irak und in Syrien auf, die in der Mehrzahl aus dem Ausland stammen.
• Der religiöse Führer des Iran, Ayatollah Chamenei, verbietet direkte Gespräche seines Landes mit den USA.
• Die 130 Mitglieder des Textilbündnisses in Deutschland vereinbaren erstmals Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Löhne sowie des Gesundheitsschutzes bei ihren Lieferanten.
• China bestreitet vehement, in der Provinz Xinjiang 1 Million Uiguren inhaftiert zu haben.
• In Deutschland wird in Gedenkveranstaltungen an den Mauerbau vor 57 Jahren erinnert.

Dienstag

Reinigungs-Orgie, die Fortsetzung: Verleibe mir zum Frühstück, den Rest vom Nudelauflauf von vor vier Tagen und fünfhundert Gramm feinsten abgepackten Marmorkuchen ein. Mache mich nach dieser paradiesischen Stärkung daran, meiner Dusche Dreckanlagerungen in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Drehe den Lautstärkeregler meines Eindeck-Kassettenrekorders bis zum Anschlag auf, und schwinge mich auf den Rhythmus des aus dem Lautsprecher dröhnenden Metal-Getöses ein – der Lappen in meiner Hand entwickelt quasi ein Eigenleben und die Wasserabgabestation ist in Rekordzeit porentief rein. Da meine letzte Körperreinigung gut und gerne drei Tage zurückliegt und ich schon mal am Tatort bin, überlege ich kurz, mich meiner Kleider zu entledigen und erfrischendes Nass auf meinen Körper herabrieseln zu lassen. Verwerfe diese Überlegung aber sofort wieder – schließlich glänzt und duftet alles gerade so himmlisch. Platziere stattdessen mich und meinen Allerwertesten im Fernsehsessel und höre mir tiefenentspannt zahlreiche auf dem Anrufbeantworter hinterlassene Hassbotschaften meiner Nachbarn an – offenbar ist die musikalische Rundumversorgung nicht auf ungeteilte Gegenliebe gestoßen.

Und sonst so?

• Das Bundesland Sachsen kündigt die Einrichtung zweier Ankerzentren in Dresden an.
• Im US-Bundesstaat Pennsylvania sind in einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten mindestens 1000 Kinder sexuellen Übergriffen durch Priester ausgesetzt gewesen. Die Zahl der der Täter wird mit mehr als 300 beziffert.
• US-Präsident Donald Trump unterzeichnet den Militärhaushalt für das kommende Jahr. Das Budget für das Pentagon beträgt 627 Milliarden Dollar.
• Bundeswirtschaftsminister Altmaier stellt Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus vor.

Mittwoch

Reinigungs-Orgie, die Fortsetzung: Show-Down ist angesagt. Werde heute auf das Hausmeister-Gewürm treffen und es gepflegt mit der „das-geschieht-dir-Recht“-Keule traktieren. Bringe mich in die passende Stimmung, den Vernichtungsmodus, indem ich hunderte Zombies in einem Egoshooter-Spiel niedermetzele. Trete alsdann adrenalin-gepimpt den Siegesmarsch an. Kehre zwei Stunden später kummertrunken zurück. Keiner der anderen Mietervertreter wollte sich meiner fundierten Kritik anschließen. Im Gegenteil, mein Widersacher wurde mit Lob und Anerkennung geradezu überschüttet. Das Ende vom Lied: der Hausmeister bleibt, ich muss kleinlaut gehen und eine Klage wegen Verleumdung kommt. Dieser Mülleimer-Tag ist nur noch durch Stimmungsaufheller kalorienreicher Natur zu retten. Kehre in meinen Lieblings-Imbiss ein und schicke den aufgestauten Frust in Begleitung einer Currywurst mit Pommes und eines Döners den Magen-Darm-Trakt hinunter.

Und sonst so?

• Der Ehrenvorsitzende von Amnesty International in der Türkei, Kilic, ist auf Anordnung eines Gerichts aus der Haft entlassen worden.
• In Kambodscha hat bei den Parlamentswahlen die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Hun Sen nach offiziellen Angaben alle 125 Mandate errungen.
• In Deutschland haben 2017 insgesamt 10.000 Migranten aus Afghanistan und Syrien eine Lehrstelle angetreten.
• Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster war die Abschiebung von Sami A. rechtswidrig. Er müsse deshalb nach Deutschland zurückgeholt werden.

Donnerstag

Reinigungs-Orgie, die Fortsetzung: Starte heute die letzte Etappe meiner Reinigungs-Exkursion. Nehme mir das Allerheiligste meiner Wohnung zur Brust: die Küche – oder Schatzkammer, wie ich sie gerne nenne. Die Überführung des Essensaufbewahrungsraumes in den Zustand der Sauberkeit ist stets der angenehmste Teil der Entschmutzungs-Festspiele, weil dabei stets auch das ein oder andere Leckerli den Weg in meinen Mund findet. So lässt sich das Behagliche mit dem Nützlichen verbinden. Gehe nun frisch ans Werk und beginne damit, das Geschirr der vergangenen acht Tage abzuspülen. Komme sogleich auf meine Kosten. Finde auf Tellern und in Schüsseln so manchen Leckerbissen. Muss diese zwar häufiger von der Unterlage abkratzen, aber das tut der Vorfreude keinen Abbruch. Versetze mein Kauwerkzeug ein ums andere Mal in den Aktivitätsmodus und lasse mich von Hochgenuss durchströmen. Benötige länger als geplant, um das Geschirr wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen. Beschließe daher es für heute dabei zu belassen – das Leben soll schließlich nicht nur aus Arbeit bestehen.

Und sonst so?

• In Mali hat Amtsinhaber Keita die Stichwahl um das Präsidentenamt gegen seinen Herausforderer Cissé gewonnen.
• Das Bundeskabinett einigt sich auf die Grundlinien einen Fachkräfte-Zuwanderungsgesetzes. Als Auswahlkriterien wurden unter anderem die Qualifikation, der Nachweis eines konkreten Arbeitsplatzangebots und die Sicherung des Lebensunterhalts definiert.
• Das israelische Militär veröffentlicht einen Bericht, wonach ein von Amnesty International und anderen Organisationen als Kriegsverbrechen bezeichneter Militäreinsatz im Gazastreifen ohne Fehlverhalten ablief. Bei der Militäraktion in Rafah im Jahr 2014 waren mehr als 100 Palästinenser getötet worden.
• In Deutschland wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der Bau von 168.000 Wohnungen genehmigt. Insgesamt stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser um 4,9 %.

Freitag

Reinigungs-Orgie, die Fortsetzung: Mache mich unmittelbar nach dem kräftigenden Morgenmahl daran, die Küche weiter zu bearbeiten. Durchforste meine vier Vorratsschränke und drei Kühltruhen nach abgelaufenen Lebensmitteln. Überantworte derart viele Fressalien dem Müll, dass man damit problemlos ein hungerndes Eingeborenendorf irgendwo in Schwarzafrika über den Winter bringen könnte. Aber ab und zu gilt es einfach, sich von altem Ballast zu befreien und Platz für Neues zu schaffen. Nehme anschließend Eimer und Schrubber zur Hand und feucht-reinige den Küchenboden. Dabei kommt ebenfalls ein beachtenswerter Haufen Nahrungsmittel zusammen, über den ich mich entgegen meiner üblichen Gewohnheiten jedoch nicht sofort hermache. Friere diese Überbleibsel ein – kann man schließlich irgendwann noch einmal der Verwandtschaft servieren. Geschafft! Lasse mich zufrieden auf meinem Balkon nieder und genieße meinen Feierabend.

Und sonst so?

• Deutschland schließt ein Rückführungsabkommen mit Griechenland. Künftig können Flüchtlinge, die bereits in Griechenland registriert wurden, innerhalb von 48 Stunden dorthin zurückgebracht werden.
• Bei Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und Palästinensern an der Grenze zum Gazastreifen sind 2 Menschen durch das Militär getötet, 270 verletzt worden.
• Die USA streichen Mittel in Höhe von 230 Millionen Dollar für Stabilisierungsprojekte in Syrien.

Samstag

Reinigungs-Orgie, die Fortsetzung: Nach der schweiß- und schmerztreibenden Entkeimung meines Domizils steht nun die ausführliche Reinigung von Körper und Seele auf dem Programm – starte mit der Seele. Gönne mir eine Massage und lasse mir von einer zierlichen, aber mit kräftigen Händen gesegneten Asiatin die Verspannungen und den Stress der letzten Tage aus dem Körpermassiv kneten. Kehre anschließend in meine Behausung zurück. Genieße den mich dort überall grüßenden Glanz und Wohlgeruch, den meine Reinigungs-Geschäftigkeit hervorgebracht hat. Ordere mir anschließend beim Speisenheimservice meines Vertrauens Essen für drei – so behauptet zumindest die Menükarte. Der Rest ist wohlgeliebte Samstags-Routine: Essen, Fußball schauen und für die geistige Erbauung: das Wort zum Sonntag.

Und sonst so?

• Bundeskanzlerin Merkel und der russische Präsident Putin treffen sich zu Gesprächen über Syrien und die Ukraine-Krise auf Schloss Meseberg.
• Deutschland will bis zum Jahresende beschleunigt Anträge auf Familienzusammenführung für von Griechenland aufgenommene Flüchtlinge prüfen.
• In der Türkei ist Präsident Erdogan in seinem Amt als Parteivorsitzender der AKP bestätigt worden.
• Chinas Militär trainiert nach Angaben der Staatsführung keine Angriffe auf amerikanische Ziele, wie in einem Bericht des Pentagon behauptet wurde.

Sonntag

Ruhetag

Vorbildlich: Vaterlandsliebe verbreiten

Was ist passiert?

Die ungarische Regierung will per Erlass künftig bereits Kindergartenkindern eine patriotische Erziehung angedeihen lassen. So sollen Heimatliebe, christlich-kulturelle Werte sowie die Zugewandtheit zu Vaterland und Familie den Klein-Ungarn mittels Sprüchen, Reimen und Liedern aus Volksfabeln eingeimpft werden.

Was ist das Problem?

Es ist jetzt schon absehbar, dass dieses nachahmenswerte Vorhaben allerlei protestlüsterne Rotsocken aus ihren „Wir-sind-eine-Welt“-Löchern locken wird. Wieder einmal droht die Wahrheit – und nichts als die Wahrheit – von einer Gerölllawine aus Moral-Fieberträumen verschüttet zu werden. Wieder einmal droht einem zarten Pflänzchen Heimatverbundenheit mit der „Politisch-hyperakkurat“-Sense der Gar ausgemacht zu werden. Wieder einmal droht Volksverbundenheit politischer Würdenträger mit der Populismusvorwurf-Bazooka in Schutt und Asche gelegt zu werden.

Was sagt man dazu?

Abermals beweist Viktor Orban, der Häuptling der Gulasch-Großmacht, in rühmenswerter Manier seine Vorreiter-Kompetenz: mit dem Heranzüchten passionierter Nations-Groupies kann man schlichtweg nicht früh genug beginnen. Was also liegt da näher, als bereits kleinen Windel-Kackern eine tüchtige Portion Patriotismus ins geistige Futter zu mischen.

Darüber hinaus reitet der Magyaren-Thronherr mit diesem heroischen Akt auch eine längst überfällige Attacke gegen alle linksgedrehten, Gehirn-weichgespülten Wortemacher, die unter jedem Volksgefühl-Stein Rechtsnationalismus hervorkriechen sehen. Schon zu lange wird von Herzen kommende Vaterlandsliebe als rüpelhaftes Virus verunglimpft, das die europäischen Gesellschaften nachhaltig zu infizieren gedenkt.
Dabei hat die tiefverwurzelte Verbundenheit mit dem Heimatland doch mannigfache Vorteile, wie sich auch hierzulande zeigt. Zum einen stärkt sie das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ur-Bevölkerung und ermöglicht so ein konzertiertes Vorgehen gegen alle fremdländischen Geduldeten – auch solche, die Deutschland-geboren sind oder schon Jahrzehnte unter uns leben. Zum anderen bringt sie auch eher Volksvertreter-verachtende Zeitgenossen, wie BILD-gebildete und Stammtischparolen-Connaisseurs dazu, sich voller Hingabe und „rechter“ Leidenschaft politisch zu engagieren.

Das einprägsamste Beispiel hierfür ist die Pegida-Bewegung. Diese vermochte es, dass Ende 2014 und Anfang 2015 tausende Volksgemeinschafts-Bewahrer insbesondere in der Hauptstadt des Sachsenlandes „Lügenpresse“ und „Merkel muss weg“ skandierend die Straße besiedelten. Zahlreichen Zahnprothesenträgern wurde dabei ganz warm ums Herz, weil sie sich sehnsüchtig an die seligen Zeiten zurückerinnerten, in denen uniformierte Fackelzüge noch als generationsübergreifende Familienfreizeitgestaltung galten.

Fazit

Ungarn weist den Zuwanderungs-leidgeprüften Europäern den richtigen Weg. Ungeachtet aller gesellschaftlichen Veränderungen gilt es, sämtliche aus den Wurzeln der ureigensten Kulturtradition entsprießenden Pflänzchen zu hegen sowie zu pflegen, und alles exotische Brauchtumsgewächs mit der der Giftchemie-Keule niederzuknüppeln. Besonders wichtig: je mehr Kleinst-Staatsbürger in dieser Erleuchtung gebadet werden, umso weniger Leitkultur-Zweifler spucken einem später in die deliziöse Nationalgefühl-Suppe. Ergo: Ungarn rules…

06.08.2018 – 12.08.2018

Warnung! Abschnitt eins der jeweiligen Tageszusammenfassung kann Spuren von Fiktion enthalten!

Montag

Reinigungs-Orgie: Diese Woche ist es wieder einmal so weit: ich grundreinige meine Gemächer und mein Behausungs-Inventar. Um diese Herkulesaufgabe stemmen zu können, bedarf es einer akribischen Vorbereitung. Mache mich also gleich nach dem Mittags-Frühstück daran den Masterplan „Residenz-Aufhübschen“ zu verfassen – genug Arbeit für einen Tag. Werde danach bei dem in unserem Wohnhaus reichlich gesäten Arbeitsscheuen-Volk vorstellig. Biete Hochprozentigen und Glimmstängel für den Fall, dass sie ihre untätigen Hintern in meine Wohnung bewegen und den Putzlappen schwingen. Erfahre trotz meines großherzigen Entlohnungsangebots nichts als unverfrorene Zurückweisung – mit solcher Mischpoke ist kein Krieg zu gewinnen. Kehre enttäuscht in meine Wohnung zurück. Gehe angesichts des ab morgen bevorstehenden Strapazen-Feuerwerks dazu über die Energietanks bis zum Anschlag zu füllen. Schaufele so lange feste sowie flüssige Errungenschaften der Nahrungsmittelindustrie in mich hinein, bis Bauch und Blase den Heldentod zu sterben drohen. Erspare mir die lästige Mühe des Weges ins Schlafzimmer und schlummere im Fernsehsessel ein.

Und sonst so?

• Griechenland erhält mit noch einmal 15 Milliarden Euro die letzte Tranche aus dem seit 2010 laufenden Hilfsprogramm.
• Die syrische Regierung bildet eine Arbeitsgruppe, welche die Rückkehr der nach UN-Schätzungen 5,6 Millionen ins Ausland geflüchteten Syrer organisieren soll.
• Im Südsudan haben Präsident Kiir und sein bisheriger Kontrahent Machar das ausgehandelte Friedensabkommen unterzeichnet.
• Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Maaßen, weist auf die von in dschihadistischen Familien aufwachsenden Kindern ausgehende Gefahr hin.
• Israel veröffentlicht Fotoaufnahmen, die den Bau einer Seesperre vor dem Gazastreifen dokumentieren. Diese soll militante Palästinenser davon abhalten, per Boot nach Israel zu gelangen.

Dienstag

Reinigungs-Orgie: Wache nach einer verdauungsbedingt unruhigen Nacht gegen dreizehn Uhr auf. Schleppe mich schlaftrunken ins Bad, um aus nördlichen und südlichen Körperöffnungen Überbleibsel des gestrigen Schmaus-Gelages an den Porzellan-Thron zu übergeben. Mache mich als dann an die Arbeit und widme meine ungeteilte Aufmerksamkeit dem Wohnzimmer. Überlege im Lichte des sich mir darbietenden Chaos kurz, eine Feuersbrunst durch meine Wohnstatt zu jagen. Erinnere mich dann aber daran, dass ich kein Herausforderungen scheuendes Weibsbild bin und packe an wie ein Mann. Bin in der Folge gut und gerne zwei Stundenzeigerumläufe damit beschäftigt, erst einmal den gröbsten Dreck zu beseitigen. Lasse leere Chips- und Gummibär-Tüten, schmutzige Pappteller und Plastikbecher, Schokopudding- und Joghurt-Umrandungen sowie fettbesudelte Pizza-Kartons ihren Weg ins Müllbeutel-Nirvana antreten. Fange vor Entzücken an zu krampfen, als ich in einem dieser Glücks-Boxen einen Salamipizza-Rest finde. Lasse mich von dem leicht gräulichen Erscheinungsbild des Wurstbelags nicht irritieren und beiße herzensfroh zu. Beende dann mein Tagwerk und widme mich angenehmeren Aktivitäten: essen und dem Huldigen des Qualitäts-Fernsehprogramms.

Und sonst so?

• Die USA wollen ab dem 23. August die Zölle gegen China ausweiten. So sollen Importe – z.B. Dampfturbinen und Eisenträger – in Höhe von 16 Milliarden Dollar mit zusätzlich 25 % Zoll belegt werden.
• In Kolumbien ist der konservative Politiker Ivan Duque als neuer Präsident vereidigt worden.
• Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung informiert darüber, dass die Zahl der offenen Stellen in Deutschland im 2. Quartal auf 1,2 Millionen gestiegen ist.
• In Israel hat eine Menschenrechtsorganisation Klage gegen das Nationalitätsgesetz eingereicht, das unter anderem Arabisch als zweite Amtssprache abschafft.
• Italien setzt die Unterstützung der libyschen Küstenwache durch das Überlassen von 12 Schiffen aus dem eigenen Bestand fort.

Mittwoch

Reinigungs-Orgie: Wohnzimmer, 2. Teil. Schlüpfe in mein bequemes Staub- und Schmutzeliminierungs-Dress bestehend aus einer Unterhose. Einen zarten und gleichsam wohltuenden Lufthauch auf meinem freien XXXL-Oberkörper spürend, stürze in mich ins Missvergnügen. Befreie die Regalwand und sonstiges exquisites Mobiliar von bösartigen Staub-Kreaturen. Unterbreche meine Arbeit lediglich dann, wenn sich wieder einmal eine Schweißpfütze unter mir zu bilden droht. Verliere während meines vierstündigen Martyriums genug Flüssigkeit, um meiner Hausratsversicherung einen Wasserschaden ohne Probleme verkaufen zu können. Gegen Ende hin mischt sich die Transpirationsflüssigkeit mit Tränen. Diese beginnen aufgrund peinigender Schmerzen, welche durch die ganz und gar Dicken-untypische Bewegungsvielfalt initiiert werden, in rauen Mengen zu fließen. Falle nach dem Ausführen des letzten Staubtuchwischers entkräftet in die weichen Arme meiner Couch – rien ne va plus. Kann mich erst nach unzähligen Minuten seligen Rastens dazu aufraffen, mein Ruhelager kurzfristig zu verlassen. Mein Magen verlangt nach dieser entbehrungsreichen Zeit nach Satisfaktion. Wer bin ich, ihm zu widersprechen…

Und sonst so?

• Die USA verhängen im Fall des früheren russischen Doppelagenten Skripal, der ebenso wie seine Tochter mit Nowitschok vergiftet wurde, Sanktionen gegen Russland.
• Aus dem Gazastreifen sind Raketen auf die südisraelische Stadt Sderot abgefeuert worden – ein Mensch wurde dabei verletzt.
• Deutschland schließt ein Rückführungsabkommen für Flüchtlinge mit Spanien. Demnach sollen alle Flüchtlinge, die an der Deutsch-österreichischen Grenze aufgegriffen werden und für deren Asylverfahren Spanien zuständig ist, dorthin zurückgebracht werden.
• China ergreift in Reaktion auf die von den USA verhängten Zölle Gegenmaßnahmen. So sollen auf Güter wie Kohle, Rohöl, Diesel und Medizintechnik im Gesamtwert von 16 Milliarden Dollar 25 % Zoll erhoben werden.
• Ein unrechtmäßig aus Mecklenburg-Vorpommern nach Afghanistan abgeschobener Asylbewerber befindet sich auf dem Rückweg nach Deutschland.

Donnerstag

Reinigungs-Orgie: Lege heute einen Tag Pause ein, um Körper und Geist nach der gestrigen Entstaubungs-Tortur gebührend zu regenerieren. Muss mich darüber hinaus dringend um ein anderes Anliegen kümmern. Die Hausverwaltung hat auf meinen dem arbeitsallergischen Hausmeister gewidmeten Beschwerde-Kanon reagiert. Leider, so muss ich Trübsal blasend zur Kenntnis nehmen, nicht so, wie es geziemend und folgerichtig wäre – eine Entlassung steht vorläufig nicht zur Debatte. Dafür ist für nächsten Mittwoch eine Aussprache zwischen Hausverwaltung, Mietervertretern und dem Delinquenten angesetzt. Fasse diesen ungeheuerlichen Affront, meinem Wunsch nicht ohne Umschweife zu entsprechen, als Kampfansage auf. Werde dieser Bagage und ihrem Günstling den Leibhaftigen auf den Pelz hetzen. Auf das sie meine durch Hitze sowie Wassereinlagerung angeschwollenen und eitrig-wunden Füße küssend um Verzeihung betteln. Aber alles zu seiner Zeit. Nun gilt es erst einmal, Leib und Seele ein Verwöhnprogramm de luxe angedeihen zu lassen. Mögen die Spiele beginnen…

Und sonst so?

• Im Jemen sind bei einem von der durch Saudi-Arabien geleiteten Militärkoalition durchgeführten Luftangriff mehrere Kinder getötet worden
• Israel fliegt erneut Luftangriffe auf den Gaza-Streifen, bei denen 18 Menschen verletzt werden.
• Kolumbien erkennt Palästina als souveränen Staat an.

Freitag

Reinigungs-Orgie: Heute nun erfährt mein Schlafgemach die Wohltat einer All-inclusive-Säuberung. Beginne damit, die mit Flecken unterschiedlichster Farbe gezeichnete Bettwäsche auszuwechseln. Auch der in die Richtung „faulig“ gehende Duftkranz des Bettzeugs spricht dafür, hier tätig zu werden. Dies gilt im Übrigen auch für meinen Schlafanzug, der sich mit der lieblichen Geruchskombination „Schweiß-Urin“ in mein Bewusstsein drängt. Mache mich anschließend daran, die Staubgeister zu vertreiben. Zum Abschluss der heutigen Reinlichkeits-Sitzung steht die mit Abstand größte Herausforderung auf dem Programm: die Schmutzwäsche-Körbe. Es gilt, die textilen Altlasten der vergangenen vier Wochen zu sortieren. Bin immer wieder überrascht, was bei diesem allmonatlichen Ritual zum Vorschein kommt. Stoße, nachdem ich mich durch mehrere Lagen gelbbefleckter weißer Unterhemden und -hosen gearbeitet habe, auf meinen sexuelles Verlangen ausdünstenden, ockerfarbenen Tanga – die Damenwelt musste allzu lange darauf warten, mich darin bewundern zu dürfen. Kann mich momentan jedoch nicht weiteren diesbezüglichen Gedankenspielen hingeben. Befreie T-Shirts und Hosen von Essensresten sowie weiteren groben Schmutzablagerungen. Mache sodann alle Kleidungskostbarkeiten abreisefertig. Verstaue sie in Koffern für den morgigen Transport in die Wäscherei. Das wars für heute.

Und sonst so?

• Laut UN-Angaben hält China etwa 1 Million Mitglieder der muslimischen Minderheit der Uiguren in Straflagern gefangen.
• Die bei den Vereinten Nationen angesiedelte Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien teilt mit, dass der seit sieben Jahren andauernde Bürgerkrieg in Syrien einen wirtschaftlichen Schaden von circa 388 Milliarden US-Dollar verursacht hat.
• Im Irak bleibt auch nach der Neuauszählung der Stimmzettel der Parlamentswahl das Bündnis des schiitischen Predigers al-Sadr mit 54 Sitzen stärkste Kraft.
• Bei Auseinandersetzung an der Grenze zum Gazastreifen sterben 2 Palästinenser.

Samstag

Reinigungs-Orgie: Wäschetag. Mache mich mit drei Koffern voll reinigungsdürstender Textilien per vierrädriger Miet-Kutsche auf den Weg in meine Stammwäscherei. Lasse den Taxifahrer, der hoffentlich sein Automobil besser zu lenken versteht, als er deutsch spricht, die Kleidungstransportbehälter tragen – verspreche ihm ein feudales Trinkgeld. Muss mir während der 20-minütigen Fahrt ermüdende Geschichten über die schwierige soziale Situation in seinem Heimatort in irgendeinen osteuropäischen Land kurz vor Russland anhören – das gibt Abzüge in der B-Note und zieht eine gesalzene Bonuskürzung nach sich. In der Wäscherei angekommen, werde ich von Sabine in Empfang genommen. Ihr Blick verrät mir, dass sie nicht gerade erpicht darauf ist, sich durch Berge Dicken-Absonderungen besudelter Wäsche zu wühlen. Versuche sie aufzuheitern, indem ich ihr stolz das Prunkstück meiner Dessous-Kollektion, den Tanga, präsentiere – bin mir nicht sicher, ob es funktioniert hat. Trete nach Abwicklung der geschäftlichen Details die Rückfahrt an. Bade weitere 20 Minuten in einem tiefen See voller Langeweile. Bin über das Ende der Nerven-zermalmenden Fahrt dermaßen erleichtert, dass ich mich zu einem Trinkgeld in Höhe von einem Euro hinreißen lasse. Ich hoffe, dass Plappermaul weiß sein Glück zu schätzen.

Und sonst so?

• Das vom israelischen Parlament verabschiedete Nationalitätsgesetz sorgt weiterhin für Proteste. In Tel Aviv gingen tausende arabische Israelis auf die Straße.
• Der türkische Präsident Erdogan warnt im Hinblick auf die von den USA verhängten Sanktionen davor, dass sich die Türkei anderen Partnern zuwenden könnte.
• Die Bundesregierung plant die Einrichtung einer „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“, um die eigenen Netzwerke künftig besser schützen zu können.
• In Bukarest sind den zweiten Tag in Folge tausende Rumänen auf die Straße gegangen, um gegen das mangelnde Engagement der regierenden Sozialisten im Kampf gegen Korruption zu demonstrieren.

Sonntag

Ruhetag

Bedenklich: Bundeswehr besudelt

Was ist passiert?

Nach Informationen des Bundesverteidigungsministeriums sind lediglich 8 von bisher 19 ausgelieferten Militärtransportern A400M flugbereit. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass die Einsatzbereitschaft der Maschinen „täglichen Schwankungen“ unterliegt. Als Ursache werden technische Probleme angeführt die seit der Übernahme des Fluggeräts von Airbus bestünden.

Was ist das Problem?

Diese reißerische Meldung zeichnet ein völlig falsches Bild von unserer Gold-Truppe, die sich stets nur den allerhöchsten Standards verpflichtet sieht – menschlich wie technisch.

Was sagt man dazu?

Schon seit etlichen Monden sieht sich die Bundeswehr Hohn, Spott und gezielter Stimmungsmache ausgesetzt. Immer wieder lassen journalistische Taugenichtse ehrabschneidende Verunglimpfungs-Tiraden über angebliche Ausrüstungsmängel oder vermeintliche Marter-Aktionen in Ausbildungseinheiten mittels Sensations-Dusche auf das Volk herabregnen. Als wenn diese Schmutzkampagne nicht schon genug der Häresie wäre, wird auch noch „Ich-nehme-jedes-Ministerium-das-weg-muss“-Uschi mit nichtswürdiger Propaganda zugeschüttet. In infamer Art und Weise wird ihr die Verantwortung für marodes Kriegsspielwerk, kostspielige Fehler bei der Materialbeschaffung und Führungsversagen bei der Ausbildung an den Buckel getackert.
Dabei vergisst so mancher prekär beschäftigte Schreiberling, dass sämtliche „Skandale“ das Ergebnis gravierender Missverständnisse und gleichzeitig ein Schlag ins Antlitz der Realität sind.

1. Ausrüstungsmängel. Welch ein irreführendes Schlagwort – klingt außerdem so negativ. Der Umstand, dass unsere Friedens-Streiter häufig mit funktionsminimiertem Gerät hantieren müssen, dient einzig und allein der Optimierung ihrer Improvisationsfähigkeit. So ist beispielsweise das eigens für die Truppe konzipierte und gleichsam gemeinschaftsstiftende wie fordernde „Wir-suchen-Ersatzteile“-Spiel ein hervorragendes Training für den Ernstfall. Dergestalt vorbereitet, sind die Soldaten stets Herr der Lage, wenn wieder mal ein fieser Feind das hauseigene Qualitäts-Kriegsmaterial zu Klump ballern sollte. Dass wir es in diesem Bereich inzwischen zu alles niederwälzender Perfektion gebracht haben, zeigte sich bei einem NATO-Manöver 2014 in Norwegen, als unsere findigen Schlaufüchse Besenstiele als Kanonenrohrersatz an gepanzerte Fahrzeuge montierten. Das soll uns erst mal einer nachmachen…

2. Moralische Führungsschwäche. Welch ein Nonsens. Ein paar harmlose Narreteien wie sadistische Entgleisungen oder sexuelle Nötigung gleich mit der Sitten-Sense niederzumähen und personelle wie strukturelle Veränderungen zu fordern, ist so „Die Grünen“-esk. Was dräut als Nächstes? Werden kostbare Truppen-Traditionen wie Rekrutenquälen einem Tugendwahn-Feldzug zum Opfer fallen? Werden Soldatinnen den Dienst am Vaterland künftig etwa öfter in der Vertikalen als in der Horizontalen leisten? Wird es in Zukunft gar verboten sein, Memorabilien aus der Nazi-Zeit in den Stuben aufzustellen? Nichts scheint mehr undenkbar…

3. Wenn jemand keine Schuld an jenem von der Brandmarkungs-geilen Journaille attestierten Elend in der Bundeswehr trägt, dann ist es Lifestyle-, Frisur- und Mode-Role-Model Ursula von der Leyen. Der offensichtlichste Grund: sie macht keine Fehler. Darüber hinaus ist es in höchstem Maße niederträchtig, einer Frau, die sich einst der Serienproduktion von Germanen-Sprösslingen verschrieben hatte, zu unterstellen, sie würde nicht alles Menschenmögliche für ihr Heimatland tun. Schämt euch…

Fazit?

Unsere waffentragende Trachtengruppe ist für alle Eventualitäten bestens gewappnet. Angefangen von den politischen sowie militärischen Weisheitsfürsten an der Bundeswehrspitze bis hinunter zum geringsten Kameraden-Racker opfert sich jeder hingebungsvoll für uns und unsere Sicherheit auf. Etwaige Probleme sind nur ein Ausdruck des wiederkehrenden Ringens um Perfektion in allem Tun und Soldaten-Sein. Wer etwas anderes behauptet, lügt.

30.07.2018 – 05.08.2018

Warnung! Abschnitt eins der jeweiligen Tageszusammenfassung kann Spuren von Fiktion enthalten!

Montag

Rache-Menü: Bin nach dem gestrigen Ruhetag nun voller Ehrgeiz und Tatendrang, dem renitenten Hausbesorger ein Fünf-Sterne-Vergeltungsmenü zu servieren. Allerdings: Genossin Sonne läuft weiterhin im Quäl-Modus – und die Woche ist noch lang. Mache es mir deshalb erst einmal mit einem gekühlten Gerstensaft auf meiner lufthauchdurchwebten 6-Quadratmeter-Wonnelebeninseln bequem. Lasse sodann meinen Blick durch den Hinterhof schweifen – entdecke dabei den Racheanwärter. Er geht gerade dem nach, was er Arbeit nennt. Als sich unsere Blicke kreuzen, proste ich ihm zu. Er scheint sich in seinem Überlegenheitsgefühl geradezu zu suhlen, denn er lächelt mich hochmütig an. Werde ihm diese ehrenrührige Mundwinkelstellung mit dem Schneidbrenner aus der Visage fräsen.

Und sonst so?

• US-Präsident Trump erklärt sich zu einem Treffen mit dem iranischem Staatspräsidenten Rohani bereit, um über ein – Zitat – „sinnvolles Atomabkommen“ zu verhandeln.
• In Sotschi finden Syrien-Gespräche statt, an denen Vertreter des Assad-Regimes, der Opposition und Abgesandte aus Russland, dem Iran und der Türkei teilnehmen. Themen sind unter anderem die Rückkehr von Flüchtlingen sowie der angestrebte Verfassungsgebungsprozess.
• Bisher liegen deutschen Auslandsvertretungen 30.000 Terminanfragen bezüglich des Familiennachzugs subsidiär Schutzberechtigter vor.
• Im indischen Bundesstaat Assam droht aufgrund eines neuen, vorläufigen Bürgerregisters 4 Millionen Menschen die Abschiebung nach Bangladesch.
• Anhaltende Hitze sowie Trockenheit führen zu massiven Ernteausfällen bei, Getreide, Raps, Kartoffeln, Grünfutter und bedrohen die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe.

Dienstag

Rache-Menü: Bin heute entgegen meiner liebgewonnenen Gewohnheiten sehr zeitig aufgestanden. Getreu dem Motto: „Früher Vogel fängt den Wurm.“ – und ich plane schließlich, einen besonders dicken sowie garstigen Wurm zu erhaschen. Versorge meinen imposanten Schädelinhalt mittels eines 5-Brötchen-Leberwurst-Blutwurst-Salami-Camembert-Schokocreme-Frühstücks mit der nötigen Energie, um den nun anstehenden Denk-Marathon klaglos zu bewältigen. Viereinhalb Stunden später ist es vollbracht: die Heimzahlungs-Speisefolge ist in all ihrer niederträchtigen Herrlichkeit zu Papier gebracht. Belohne mich für diese herausragende Leistung mit diversen Beseligungs-Snacks und trinke die ein oder andere wohltemperierte Maurerbrause auf meinen maliziösen Genius.

Und sonst so?

• In Simbabwe hat sich der der Kandidat der oppositionellen Partei MDC, Chamisa, zum Wahlsieger erklärt. Ein offizielles Endergebnis liegt allerdings noch nicht vor.
• Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Juli im Vergleich zum Vormonat um 49.000 auf 2.300.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,1 Prozent.
• Von Januar bis Juni 2018 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix in Deutschland bei 14 Prozent. Dies ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg um 0,7 Prozent.
• Im Grenzort Panmunjom treffen sich hochrangige militärische Vertreter Nord- und Südkoreas, um über die Umsetzung der Vereinbarungen – wie beispielsweise die Entmilitarisierung der Grenzregion – vom Gipfeltreffen der beiden Staatschefs im April zu beraten.
• Ein Berater des iranischen Präsidenten Rohani stellte Bedingungen für das von US-Präsident Trump ins Gespräch gebrachte Treffen beider Staatschefs auf. Dazu zählen unter anderem die – Zitat – „Beendigung der Feindseligkeiten“ und die Rückkehr zum Atomabkommen.

Mittwoch

Rache-Menü: Verlasse abermals zu nachtschlafender Zeit mein lauschiges Ruhelager. Diese drastische Maßnahme ist jedoch dringend angezeigt, denn der Hauptgang meines Rache-Menüs dürstet nach Vorbereitung. Kann gerade noch rechtzeitig den Beobachtungsposten auf meinem Balkon beziehen, um den Arbeitsantritt des Hausmeisters live mitzuerleben. Registriere zu meiner Verzückung, dass er erst zehn Minuten nach Acht sein Tagwerk aufnimmt – dokumentiere dieses Eigentor per Foto mit Zeitstempel. Fertige in den folgenden Stunden weiteres Sargnagel-Bildmaterial und ein Protokoll an, in dem ich akribisch jede seiner Verrichtungen festhalte – auch sein ungeniertes Bebalzen mehrerer kurz-bekleideter Damen. Zudem finden auch alle Pausen und sonstigen Arbeitsunterbrechungen sekundengenau Eingang in dieses Dokument der Vernichtung. Das Ergebnis ist noch desaströser für ihn, als ich es mir erträumt habe – fühle den Henker in mir Freudentänze aufführen.

Und sonst so?

• Die USA verhängen als Reaktion auf die Strafverfolgung des amerikanischen Pastors Brunson Sanktionen gegen den türkischen Justizminister, Gül, und Innenminister, Soylu.
• Das Bundeskabinett einigt sich auf Maßnahmen, durch die 13.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege geschaffen werden sollen. Zusätzlich soll künftig der der Pflegekräftebedarf an Krankenhäusern genau definiert werden.
• Die Importe von Sojabohnen aus den USA in die EU sind stark angestiegen. Damit wird eine der Bedingungen der USA erfüllt, um von weiteren Strafzöllen gegen die EU Abstand zu nehmen.
• Das Bundeskabinett bringt einen Gesetzentwurf auf dem Weg, nach dem anerkannte Asylbewerber bei der Prüfung des Widerrufs ihres Schutzstatus mitwirken müssen.
• Die Übernahme des deutschen Maschinenbauers Leifeld Metal Spinning durch chinesische Investoren ist aufgrund einer Veto-Drohung der Bundesregierung geplatzt.
• Flüchtlinge mit subsidiären Schutz in Deutschland können ab heute wieder Familienangehörige nachholen. Pro Monat dürfen bundesweit maximal 1000 Menschen im Rahmen dieser Regelung einreisen.
• In Bayern nehmen 7 Ankerzentren den Betrieb auf. In diesen Einrichtungen sind alle im Asylverfahren entscheidungsrelevanten Behörden vor Ort. So soll es ermöglicht werden, die Verfahrensdauer zu verkürzen und Abschiebungen zu beschleunigen.

Donnerstag

Rache-Menü: Serviere heute die Vorspeise. Passe drei Stück Nachbars-Nachwuchs ab. Biete ihnen Taler satt, für den Fall, dass sie meinem Widersacher ein Kummer-Armageddon bereiten. Empfehle ihnen, sich schlichtweg so zu verhalten, wie sonst auch – dies sollte genügen, denn erfahrungsgemäß stiftet keiner mehr Verheerung, als Pöbel-Pubertierende. Platziere mich erwartungsfroh auf meinem Wohnungsaußenposten und betrachte das bunte Treiben. Werde nicht enttäuscht. Die von mir engagierten Hartz-IV-Empfänger in Ausbildung brennen ein wahres Verwüstungs-Feuerwerk ab: sie zerstören Gerätschaften, verteilen sorgsam in Haufen drapierten Grünschnitt im Gelände, urinieren in die Blumenrabatten, lassen einen Schmähungs-Regenguss auf dem Vergeltungsadressaten niedergehen. Es ist ein Fest für Augen und Ohren. Mehr kann man für fünfzehn Euro und eine Flasche Billig-Fusel nun wirklich nicht erwarten.

Und sonst so?

• Laut US-Geheimdienstkoordinator Coats versucht Russland, Einfluss auf die US-Kongresswahlen im Herbst zu nehmen.
• Das Nationale Zentrum für historisches Erinnern in Kolumbien teilt mit, dass während des 50jährigen Bürgerkriegs circa 260.000 Menschen getötet wurden und etwa 80.000 verschwanden.
• Die USA lockern die Umweltauflagen für Autos. So wird eine geplante Reduzierung des Spritverbrauchs zurückgenommen und die Elektroautoquote für die Autokonzerne gesenkt.
• Im Anschluss an erneute Attacken mittels mit brennbaren Flüssigkeiten bestückten Lenkdrachen aus dem Gaza-Streifen blockiert Israel Öl- und Gaslieferungen in das autonome Palästinensergebiet.
• Die deutschen Staatsschulen sinken unter die Marke von 2 Billionen Euro.

Freitag

Rache-Menü: Verpasse dem Hauptgang den letzten unheilvollen Schliff. Verfasse ein Schreiben, in dem ich die fristlose Kündigung dieses ungehobelten Arbeitslegasthenikers fordere. Liste darin gewissenhaft die Highlights seiner Verfehlungs-Orgie auf, wie beispielsweise überflüssige Pausen – Tropenhitze hin oder her, diese ist keine Rechtfertigung dafür, seine Pflichten zu vernachlässigen und ständig zur Trinkflasche zu greifen. Stelle alsdann das Dossier „Hausmeister“ zusammen, bestehend aus: meiner fundierten Entlassungsanordnung, sowie dem Arbeitsverweigerungs-Protokoll und den schönsten Schnappschüssen aus meiner Stasi-Gedenkaktion von Mittwoch. Schicke dieses noch am selben Tag an die Hausverwaltung. Gönne mir nach getaner Arbeit eine Jumbo-Portion Tiefgefrorenes mit Eierlikör – so lässt sich’s leben.

Und sonst so?

• Ein widerrechtlich nach Afghanistan abgeschobener Asylbewerber soll nach Deutschland zurückgeholt werden.
• In Simbabwe hat nach offiziellen Angaben der Wahlkommission Mnangagwa die Wahl mit 50,8 Prozent gewonnen. Sein größter Herausforderer, der Oppositionskandidat Chamisa, erhielt demnach 44,3 Prozent der Stimmen.
• Im Vergleich zum Juni ist die Zahl der Asylanträge in Deutschland um 14,7 Prozent auf insgesamt 15.200 gestiegen.
• Die OSZE teilt mit, das seit Jahresbeginn bei Kämpfen in der Ostukraine etwa 160 Menschen gestorben sind.
• Im Jahresbericht für 2017 der US-Klimabehörde NOAA ist verzeichnet, dass die vergangenen vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung waren. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass die Konzentration von Treibhausgasen ebenso wie der Meeresspiegel in 2017 einen Höchststand erreichten.

Samstag

Rache-Menü: Dessertzeit. Diese Nachspeise wird jedoch alles andere als süß und wohlschmeckend daherkommen. Gebe noch einmal den drei Verwüstungs-Koryphäen Arbeit, die mir am vergangenen Donnerstag durch die fachmännische Destruktion des Hausmeister-Mikrokosmos imponiert haben. Beauftrage sie damit, morgen und in den kommenden Wochen jeweils sonntags ein Chaos-Überraschungspaket für meinen Widersacher zu schnüren – im Falle von „beeinträchtigenden Verschmutzungen oder Zerstörungen“ ist der Besenschwinger laut Hausordnung verpflichtet, auch am Tag des Herrn zu arbeiten. Und dass er tatsächlich antanzen muss, dafür wird schon die Reinlichkeits-Gestapo – das Rentnerehepaar aus dem 5. Stockwerk – Sorge tragen. Nach knallharten Gehaltsverhandlungen willige ich zähneknirschend ein, den Ganoven 70 Euro zu zahlen. Gewiss, dieser Betrag erscheint auf den ersten Blick unverschämt hoch. Allerdings werden mir dafür sicherlich ein paar Gutmensch-Bonuspunkte zuerkannt – so viel Geld, wie ich ihnen in dieser Woche habe zukommen lassen, wird das ebenso arbeitsscheue wie -unfähige Trio in seinem Leben wohl nie wieder verdienen. Gehe zufrieden und mit dem guten Gefühl, der Jugend eine Chance gegeben zu haben, ins Wochenende.

Und sonst so?

• Russland strebt in Syrien bei den Themen Rückkehr von Flüchtlingen und Beseitigung von Minen eine Kooperation mit den USA an.
• Die von Linksfraktionschefin Wagenknecht initiierte linke Sammlungsbewegung, „Aufstehen“ nimmt ihre Arbeit auf. Ziel ist es, eine linke Mehrheit in Deutschland zu schaffen.
• Die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung für Geringverdiener ist in 2017 um 46.000 auf 1,2 Millionen gesunken.
• UN-Soldaten kehren in die Pufferzone auf den zwischen Israel und Syrien liegenden Golanhöhen zurück.

Sonntag

Ruhetag