Beängstigend: Neuzeit trifft auf Hinterland

Was ist passiert?

Am 12.07.2018 wurde in der brandenburgischen 360-Einwohner-Gemeinde Kleßen-Görne im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Telekom-Technikvorstand Walter Goldenits eine Mobilfunkstation eingeweiht. In besagter Gemeinde trieb bisher eines jener Funklöcher sein Unwesen, denen Netzausbau-Prophet Scheuer den Kampf angesagt hat. So nutzte er die sich ihm bietende Gelegenheit, den beispielhaften Charakter dieses goldenen Moments hervorzuheben. In diesem Zusammenhang nahm er die Mobilfunkanbieter in die Pflicht, auch in anderen von Netz abgeschnittenen Regionen für Abhilfe zu sorgen.

Was ist das Problem?

Hinsichtlich dieses Husarenstücks stellt sich eine Frage: Ist es überhaupt wünschenswert, dass alle Dörfer Deutschlands Anschluss an die Zivilisation finden?

Was sagt man dazu?

Wenn man durch so manche betroffene Kleinst-Ortschaft Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns, Thüringens, Nordhessens oder des ländlichen Bayerns fährt, und in die verhärmten Gesichter der ansässigen Mistgabelschwinger blickt, beschleicht einen ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, ihnen medialen Zugang zur Außenwelt zu verschaffen. Dies aus zweierlei Gründen:

1. Durch die Nutzung von Mobilfunk und Internet würden die Dorfinsassen Kenntnis von den vielfältigen Errungenschaften unserer Hochkultur erlangen, die ihnen bis dato vorenthalten blieben. Angetrieben von den Glücksverheißungen der entwickelten Welt würden sich Horden gefrusteter Fortschritts-Vergessener auf den Weg ins Paradies machen. Dagegen wird uns die Flüchtlingswelle aus Afrika wie eine sanfte Brise erscheinen. Ganz zu schweigen davon, dass viele der Heilsanwärter schlechter Deutsch sprechen, als so mancher Asylsuchender. Damit stürbe sowohl die Integrationskapazität als auch die Integrationsbereitschaft in diesem Land einen grausamen Tod.

2. Fängt man erst einmal damit an, Zugeständnisse zu machen, greift flugs die Gier um sich. Auf den Geschmack gekommen, fordern die daheimgebliebenen Inzest-Sympathisanten – hier bekommt die wohlmeinende Floskel: „Wir sind alle eine große Familie.“, unvermittelt eine schaurige Bedeutung – sicherlich recht bald auch nie gekannte „Lebensinfrastruktur“ wie Nahrungsmittelgeschäfte, Wasserver- und Abwasserentsorgung, medizinische Einrichtungen oder gar Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Finanzminister Olaf Scholz könnte die „Schwarze Null“ gleich neben seinen ausgefallenen Haaren beerdigen.

Fazit?

Man kann nur hoffen, dass der bayrische Abgesandte seinen fatalen Plan noch einmal überdenkt und die Büchse der Pandora geschlossen hält. Andernfalls hilft wohl nicht einmal mehr beten…